FDP und SPD äußern wechselseitig Kritik

Streit um Rückkauf des Netzes

Björn Sänger

Kreis Kassel. Die Liberalen im Kreis Kassel lehnen den Rückkauf der Eon-Mitte-Anteile durch die Landkreise ab. Man sehe durch einen Rückkauf keinen Vorteil, so der Kreisvorsitzende Björn Sänger (Ahnatal).

Auch eine größere Arbeitsplatzsicherheit für die Beschäftigten sieht die FDP nicht, da im regulierten Verteilnetzbetrieb nur Gewinne erwirtschaftet würden, wenn man die Kosten im Griff habe. Hinzu kommt laut Sänger ein Investitionsstau, der aufgelöst werden müsse. Folglich sei mit dem Netz kein Geld zu verdienen. Für einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien sei das Netz nicht notwendig. „Weshalb der Landkreis angesichts seiner eigenen desolaten Finanzlage dieses Abenteuer eingehen soll, bleibt offen“, so Sänger.

Die SPD-Fraktion weist die Äußerungen Sängers zurück. Die FDP lege sich fest, ohne die Ergebnisse der laufenden Verhandlungen zu kennen. „So sieht kein verantwortungsvoller Umgang mit einem solch wichtigen Thema aus“, meint SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrike Gottschalck (Niestetal).

Ulrike Gottschalck

Die SPD unterstütze Landrat Uwe Schmidt darin, alle Optionen zu prüfen. Um die Belastung für den Kreis gering zu halten, werde man die Beteiligung eines Partners aus dem Bereich der kommunalen Unternehmen prüfen. Der Erhalt der 1300 Arbeits- und Ausbildungsplätze von Eon Mitte sei dabei „ein zwingendes Kriterium“, so Gottschalck.

Kommunaler Einfluss biete den Vorteil, mehr auf wirtschafts- und umweltpolitische Zielsetzungen der Energieversorgung einzuwirken. Zudem könne die Wertschöpfung in der Region bleiben, meint die SPD. (hog) Fotos: privat/nh

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