Besitzer will Haus abreißen, darf aber nicht

Streit um eine Sirene auf dem Dach

Verärgert: Patricia Keppke (Foto) und ihr Mann Patrick wollen das Haus Falkensteinstraße 15 abreißen. Doch sie konnten sich bisher nicht mit der Gemeinde über den Abbau der Sirene einigen. Foto: Kühling

Schauenburg. Wenn es in Elmshagen brennt, wird die Feuerwehr zusätzlich zum persönlichen Piepser auch über zwei Sirenen im Ort alarmiert. Eine steht auf dem Haus Falkensteinstraße 15. Genau um diese gibt es jetzt mächtig Ärger.

Hausbesitzer Patrick Keppke und Ehefrau Patricia wollen das Gebäude abreißen. „Das Haus ist baufällig. Die Hütte muss weg“, sagt er. Schon vor Monaten habe er dem Rathaus mitgeteilt, dass die Sirene deshalb entfernt werden müsse. Die Verwaltung habe daraufhin zugesagt, die Anlage im Rahmen einer Feuerwehrübung abzubauen, berichtet der 30-Jährige. Doch nichts sei passiert.

Im Gegenteil: Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) habe ihn inzwischen darauf hingewiesen, „dass ich das dulden muss“, berichtet Keppke. „Ich darf die Sirene nicht anfassen.“

Völlig anders schildert die Bürgermeisterin die Sache. „Es ist abgesprochen, dass wir die Sirene abbauen und aufs Dorfgemeinschaftshaus setzen, wenn wir die Abrissverfügung vom Landkreis im Haus haben“, sagt sie. „Doch bisher liegt uns nichts vor.“ Eine solche Abrissverfügung muss der Hausbesitzer bei der Unteren Denkmalbehörde beim Landkreis beantragen. Denn das Haus Falkensteinstraße 15 steht unter Denkmalschutz.

An dieser Stelle wird die Situation unübersichtlich: Eine Abrissgenehmigung sei noch gar nicht beantragt worden, erläutert Landkreissprecher Harald Kühlborn. „Es gibt keinen Antrag.“

Grundsätzlich räumt Kühlborn ein, dass Keppke Chancen auf ein Ja durch die Behörde habe, sollte er eine solche Genehmigung für das marode Gebäude haben wollen. Nur: Ohne dieses Papier dürfe er das Haus nicht abreißen. „Hat er keine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis, bekommt er ein Problem.“

Die Beteiligten scheinen sich inzwischen mit ihren Argumenten im Kreis zu drehen. Keppke hat offensichtlich der Gemeinde eine Mietforderung für den Sirenenstandort ins Rathaus geschickt. Was wiederum bei der Bürgermeisterin für Verwunderung sorgt.

Die Gemeinde dürfe frei entscheiden, wo sie Sirenen aufstelle, sagt Gimmler und verweist auf Paragraf 46 des Hessischen Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG).

Auch gibt es unterschiedliche Auffassungen darüber, ob die Sirene auf dem maroden Haus überhaupt noch funktioniert. „Die Anlage hat überhaupt keinen Strom mehr“, sagt Keppke. „Ich habe den Strom im ganzen Haus abgestellt.“ Gimmler widerspricht: „Die Sirene hat noch Strom.“

Die Rathauschefin bleibt trotz des Hickhacks bei ihrem Angebot: Sollte die Abrissverfügung da sein, werde die Feuerwehr die Sirene während einer Übung mit der Drehleiter aus Baunatal oder Kassel abnehmen. „Ein bisschen Vorlaufzeit brauchen wir allerdings.“ Archivfotos: nh

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