Kennzeichnung von Hunden ermöglicht es, den Halter schneller zu finden

Streuner oft ohne Chip

Gekennzeichnet: Mit einem Lesegerät kann Tierarzthelferin Miriam Mander die Chip-Nummer von Hund Lou erkennen. Die Kennzeichnung ist jedoch wertlos, wenn sie nicht mit den Tier- und Halterdaten in einer zentralen Datenbank kombiniert wird. Nur Kennzeichnung und Registrierung ermöglichen die Identifizierung eines Tieres. Mit einer Spritze wird der Chip in die Haut gesetzt. Foto: Ricken

Kreis Kassel. Die Haustür einen Moment zu lang aufgelassen, und schon ist Bello weg. Ein lauter Knall, eine läufige Hündin oder einfach nur Orientierungslosigkeit – ein Tier ist ganz schnell ausgebüxt. Irgendwann ist immer das erste Mal. Wiederfinden? Ohne professionelle Hilfe reine Glückssache. Doch nur jedes dritte Haustier ist registriert und damit im Verlustfall geschützt.

Gerade im Frühjahr wittern viele Hunde ihre Chance und reißen aus. „Das kann einem auch beim Gassi gehen mit einem sehr gut erzogenen Hund passieren“, sagt Tierärztin Dr. Kerstin Loewenherz aus Wolfhagen. Immer wieder erreichen die Polizei Meldungen von vermissten Hunden.

„Es ist außerdem gerade jetzt wichtig, mit den Hunden nicht quer durch die Landschaft zu laufen oder sie gar frei laufen zu lassen, um die Wildtiere zu schützen.“

Dr. Kerstin Loewenherz

„Es ist jetzt Frühjahr, viele Hündinnen sind läufig, und Wildtiere wie Hasen und Rehe bekommen Nachwuchs“, diese Gründe nennt Loewenherz, warum die Hunde sich auf die Jagd machen. Wird ein entlaufener Hund eingefangen, sei es oft schwer, den Halter zu ermitteln. „Viele Hunde besitzen keinen Chip“, sagt zum Beispiel Swen Hansen, der bei der Stadt Wolfhagen die Fundhunde betreut.

Erkennungsmarke

Ein Chip ist wie eine Erkennungsmarke. Er wird unter die Haut des Tieres gesetzt. Doch vorgeschrieben ist er nicht. „Für uns ist es einfacher den Besitzer zu finden, wenn die Tiere gechipt sind“, sagt Hansen. Die Stadt Wolfhagen und auch die Polizei haben inzwischen ein eigenes Lesegerät angeschafft.

Ältere Hunde haben oft noch eine Tätowierung im Ohr, doch viele seien nicht mehr lesbar. Und: Für junge Hunde gebe es diese Tätowierungen nicht mehr. An ihre Stelle sollten die Chips treten, meint Loewenherz. Doch die kosten Geld und sind keine Pflicht. Besonders ärgerlich sei es, wenn ein Tier einen Chip implantiert bekommen hat, dies aber nirgends vermerkt sei: „Dann ist der Chip sinnlos.“

Deshalb wird Hundehaltern geraten, gleich nach dem Chippen dies im Internet in die kostenlosen Melderegister des Deutschen Tierschutzbundes und von Tasso.de einzutragen. „Es ist außerdem gerade jetzt wichtig, mit den Hunden nicht quer durch die Landschaft zu laufen oder sie gar frei laufen zu lassen, um die Wildtiere zu schützen“, sagt Tierärztin Dr. Kerstin Loewenherz. (ewa) STICHWORT

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