Jungen des Kinderhortes Frommershausen verarbeiten Äpfel zu Brotaufstrich - Morgen Verkauf zugunsten der Jugendarbeit

Von der Streuobstwiese direkt ins Gelee-Glas

Ernteeinsatz: Gemeinsam pflücken Moritz Piel, auf der Schulter von Erzieher Achim Mathusek, (von links) Jonde Gerlach, Luis Hofmann, Malte Gerlach, Maximilian Pogner, Pädagoge Stephan Schoor und Finn Fricke das reife Obst, aus dem in den nächsten Tagen Apfelgelee werden soll. Foto: Brandau

Vellmar. Moritz muss sich mächtig strecken, um an die reifen Äpfel zu kommen. Dabei sitzt der Fünfjährige bereits auf den Schultern von Erzieher Achim Mathusek. Gemeinsam mit fünf anderen Jungs des Kinderhortes in Frommershausen und dem Pädagogen Stephan Schoor sind sie mit einem Bollerwagen an den Rand der Gemarkung gewandert, um dort Äpfel zu pflücken, die im Hort später zu Apfelgelee verarbeitet werden sollen.

Gepflückt werden die roten Früchte von Bäumen, die der Stadt Vellmar gehören und ansonsten verpachtet werden. Der Hort bekam sie kostenlos und weil die kleinen Äpfel bereits so gut schmecken, wurden die ersten Exemplare erst einmal gegessen. „Schmeckt prima“, sagt Moritz, als er wieder auf dem Boden steht. „Schade dass der Baum so hoch ist, sonst würde ich auch hochklettern wie die anderen“, sagt er und steigt wieder auf die Schulter des Erziehers. Ausgestattet mit einer Leiter und zwei Apfelpflückern wird der Rohstoff für den späteren Brotaufstrich in den Bollerwagen deponiert. Dass es den Jungen Spaß macht, ist ihnen anzusehen. Einige von ihnen haben bereits mehrfach mitgemacht.

„Dieses Angebot der Apfelernte machen wir jetzt schon im dritten Jahr“, erklärt Achim Mathusek. Man wolle mit den Jungs möglichst viel in die Natur gehen, damit sie ihren Bewegungsdrang ausleben können und dabei auch soziale Kompetenzen erlernen. Daneben gebe es auch immer wieder Aktivitäten, bei denen traditionelle Techniken wie beispielsweise Gelee kochen und Backen vermittelt werden. Letzteres käme im häuslichen Umfeld bei Jungs zu kurz.

Dabei seien sie gerade beim pflücken der Äpfel immer begeistert dabei. So wurden im vergangenen Jahr rund 90 Gläser Gelee hergestellt und verkauft. Der Erlös kam der Hortarbeit zugute. Diesmal könnte der Ertrag noch größer werden, denn es dauerte keine Stunde bis der Wagen voll war.

In diesen Tagen werden die Äpfel zu Gelee verarbeitet, der am Mittwoch, 26. September, in der städtischen Einrichtung verkauft wird. „Außerdem bieten wir auch noch selbst hergestellter Holundergelee an“, ergänzt Mathusek.

Wie man Gelee macht, weiß Maximilian Pogner ganz genau. „Zuerst werden die Äpfel zerkleinert und gekocht. Dann kommt Zucker hinzu und das ganze in Gläser gefüllt, dann ist der Gelee fertig“, sagt der Elfjährige.

Von Werner Brandau

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