Streusalz statt Laptop: Bewährungsstrafe für 21-Jährigen wegen Betruges

Lohfelden. Streusalz und Tee fanden ebay-Kunden, die Notebooks bei einem 21-jährigen Lohfeldener bestellt hatten, in ihrem Paket. Auch andere Fans der Internet-Auktion erlebten eine unschöne Überraschung: Statt der von ihnen ersteigerten echten Goldketten bekamen sie billigen Modeschmuck zugeschickt.

„Das ist alles so gewesen“, räumte der junge Mann auf der Anklagebank am Donnerstag vor dem Amtsgericht ein. Am Ende kam er mit einer Bewährungsstrafe davon.

Er habe, begründete er kleinlaut seine illegalen Geschäfte, etwa 10.000 Euro Schulden angehäuft, weil er sich teure Fernseher und andere elektronische Geräte auf Pump gekauft hatte. Sein Plan sei gewesen, über das Internet billige Laptops zu kaufen und sie dann bei ebay zu deutlich höheren Preisen zu verscherbeln. „Ein sehr wackliges Geschäftsmodell“, sagte Richter Jan Pree. „Es hat auch nicht funktioniert“, musste der Angeklagte eingestehen.

Freilich klärte er die Interessenten, denen er ein Laptop versprochen hatte, nicht darüber auf, dass er gar keine Computer liefern konnte. Stattdessen verlangte er das Geld und kassierte laut Staatsanwaltschaft insgesamt etwa 8 000 Euro. Allerdings war bereits die Geldwäscheabteilung der Kasseler Sparkasse, auf deren Konto die Zahlungen eingingen, darauf aufmerksam geworden, dass in erstaunlich kurzer Zeit vergleichsweise hohe Summen geflossen waren.

Bankmitarbeiter stellten den Angeklagten zur Rede und überzeugten ihn davon, dass er zumindest einigen Geschädigten ihr Geld zurücküberwies. Pikanterweise wurde er selbst Opfer eines Internetbetrügers, als er einen Computer bestellte. Etwa 14.500 Euro brachte ihm der Betrug mit den Goldketten ein.

Der 21-Jährige, so berichtete er am Donnerstag vor Gericht, hatte im Internet eine Schmuckhändlerin kennengelernt, die vergoldete Ketten für um die 150 Euro anbot. Er kaufte einige und bot sie bei ebay als „Königsketten aus massivem Gold“ an. Interessenten überwiesen ihm dafür vierstellige Beträge überwiesen.

Weil er alles ohne Umschweife gestand, mussten vor Gericht keine Zeugen gehört werden, Richter Pree rechnete ihm sein Geständnis dann bei der Strafe an. Da er zur Tatzeit erst 20 Jahre alt war, wurde er - auch weil die Jugendgerichtshilfe eine gewisse Reifeverzögerung attestierte - als Jugendlicher eingestuft - trotz der Feststellung des Gerichts, dass es sich um gewerbsmäßigen Betrug gehandelt habe. (pas)

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