Firma Stiens: In der Region gibt es kaum noch Dächer für Bürgersolarkraftwerke

Strom für 800 Haushalte

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Sonnenenergie vom Dach: Auf einem Logistikzentrum in Köln hat die Kaufunger Firma Stiens eine Photovoltaik-Anlage für ein Bürgersolarkraftwerk installiert.

Kaufungen. „Die Menschen in Nordhessen sind sehr aufgeschlossen gegenüber Photovoltaik“, sagt Björn Groß. Für seinen Arbeitgeber – Solartechnik Stiens in Kaufungen – ist dies gut, es schafft aber auch Probleme.

Denn auf der einen Seite möchten sich viele Bürger an Solarkraftwerken beteiligen. Auf der anderen Seite fällt es aber zunehmend schwer, geeignete Dachflächen für Kraftwerke in der Region zu finden. „Wenige Leute verpachten Dächer, die meisten betreiben selbst eine Anlage“, erklärt der Betriebswirt.

Für das Solarkraftwerk Stiens III hat das Unternehmen daher Nordhessen verlassen. Fündig wurde die Stiens-Projektentwicklung an acht Standorten: vom niedersächsischen Welplage (bei Osnabrück) bis zum brandenburgischen Spreenhagen (bei Berlin). Auf sechs Legehennenfarmen, einer Lagerhalle und einem Logistikzentrum errichtete Stiens die Photovoltaik-Technik: 25 000 Quadratmeter Modulfläche mit einer Gesamtleistung von 3,1 Megawatt – genug, um 800 Haushalte ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. „Der Großteil der Anlagen ist fertig und produziert bereits Strom“, sagt Photovoltaik-Berater Jens Dörbaum.

Wollen bis Jahresende alle Anteile verkauft haben: Berater Jens Dörbaum (links) und Betriebswirt Björn Groß.

Die Kaufunger gingen beim Solarkraftwerk III umgekehrt vor wie bei vorangegangenen Projekten. Erst wurden die Dächer mit Anlagen bestückt, anschließend werden die Investoren gesucht. Mit den Fotos der fertigen Anlagen in der Hand sei es deutlich einfacher, Interessenten zu finden, sagt Groß.

Die Nachfrage sei groß. Nach dem ersten Informationsabend in Kaufungen haben 30 Personen Anteile gezeichnet. Bei einem Kommanditkapital von 2,4 Millionen Euro beträgt die Mindesteinlage 15 000 Euro. Anteile in Höhe von einer Million Euro sind vergeben. Auch wenn die Anlagen über die halbe Republik verstreut stehen: Die Bürger, die auf die Solarenergie setzen, kommen überwiegend aus Nord- und Mittelhessen sowie Südniedersachsen.

Groß ist zuversichtlich, dass bald alle Anteile verteilt sind. „Bis Jahresende wollen wir die 2,4 Millionen vollkriegen.“

Informationen: www.solartechnik-stiens.de

Von Anke Laumann

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