Städtische Werke wollen Rotoren installieren

Messungen bei Heiligenrode laufen: Strom aus Windhausen

Messmast ragt in den Himmel: 100 Meter hoch ist der rot-weiße Alumast, mit dessen Hilfe zurzeit bei Heiligenrode Windmessungen vorgenommen werden. Roland Heibert (links) von den Städtischen Werken Kassel und Sebastian Meyer, Projektleiter bei der Kasseler Ingenieurfirma Cube, kontrollieren die Messanlage vor Ort. Foto: Schindler

Niestetal. Windhausen, der Name ist Programm. Nimmt man die Gemarkungsbezeichnung für das Schlossgut aus dem 18. Jahrhundert zwischen Heiligenrode und Kaufungen wörtlich, dann müsste hier der Wind stärker wehen als anderswo.

Davon gehen die Kasseler Städtischen Werke auch aus. Sie wollen hier Windgeneratoren der neuesten Generation errichten. Vorher möchten sie allerdings verlässliche Daten darüber haben, ob sich die Windernte an diesem Standort wirklich lohnen wird. Sie haben daher die Kasseler Firma „Cube Engineering GmbH“ mit Messungen beauftragt. Mit Simulationen am Computer könnte man zwar auch Vorhersagen treffen, sie sind aber, gerade im Mittelgebirgsraum, nicht ausreichend verlässlich. 100 Meter ragt der Aluminium-Gittermast am südlichen Rand des Mühlenbergs in die Höhe. In 60, 80 und 100 Meter über dem Boden drehen sich drei geeichte Anemometer – das sind mit kleinen Schalen ausgestattete Windmessgeräte. Je stärker der Wind bläst, desto schneller drehen sie sich. Zwölf Monate lang, Tag und Nacht, werden die Daten aufgezeichnet und später ausgewertet.

179 Meter hoch

Die Windexperten gehen davon aus, dass der Wind hier durchschnittlich mit sechs Meter pro Sekunde (umgerechnet 22 km/h, Windstärke 4 Beaufort) bläst. Damit befindet man sich im Grenzbereich profitabler Anlagen. Grundsätzlich gilt: An der Küste weht der Wind in Deutschland am stärksten und konstantesten, im Süden fällt die Windernte viel magerer aus. Bei uns in der Mitte muss man in größere Höhen gehen, wenn man ergiebige Strommengen erzeugen möchte.

Mit den Messungen in Niestetal soll herausgefunden werden, wie hoch die Anlagen sein müssen, damit sie wirtschaftlich arbeiten. Cube-Geschäftsführer Stefan Chun (43) hält es für denkbar, dass die Nabenhöhe in bis zu 138 Meter Höhe liegen könnte. Zusammen mit den Rotorblättern würden die Windräder dann 179 Meter in den Himmel ragen, das ist etwas höher als der Kölner Dom.

Anfang 2010 hatten die Kasseler Städtischen Werke das Bieterverfahren zum Bau von Windturbinen auf dieser von der Regionalplanung festgelegten Windvorrangfläche gewonnen. Die Werke wollen auf dieser Privatfläche ihren ersten Windpark errichten, etwa zehn Millionen Euro wollen sie dafür investieren. Weitere Windparks in der Region sollen folgen.

Erst nach Auswertung der Messung werden die Städtischen Werke entscheiden, wie viele Rotoren sie aufstellen und wie groß sie sein sollen. Für drei bis fünf Windräder ist Platz, sie sollen sich ab dem Jahr 2013 drehen. HINTERGRUND DAS SAGEN ...

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