Mehrheit gegen gemeinsames Versorgungswerk

Stromprojekt: Auch Fuldatal sagt Nein

Fuldatal. Mit Fuldatal schert die vierte Kommune aus dem Vorhaben aus, zusammen mit 24 Städten und Gemeinden des Landkreises ein gemeinsames Versorgungswerk zur Übernahme der örtlichen Stromnetze zu gründen. So entschieden die Fuldataler Gemeindevertreter mehrheitlich in ihrer Sitzung am Mittwochabend nach intensiver Diskussion. Mit den Stimmen von CDU, Grünen und der FWG wurde der Beschlussvorschlag des Gemeindevorstands abgelehnt. Mit Ja votierten SPD und FDP.

Zu viele Unklarheiten

Zu viele Unklarheiten im Vertragsentwurf mit dem Stromversorger Eon Mitte, zu wenig Mitspracherecht im Reigen der ursprünglich 24 Kommunen und unkalkulierbare finanzielle Risiken gaben am Ende den Ausschlag für das Nein. Neben Fuldatal haben auch schon Kaufungen, Habichtswald und Bad Karlshafen dem gemeinsamen Stromprojekt den Rücken gekehrt.

Die Einflussnahme der Gemeinde Fuldatal in einem gemeinsamen Versorgungswerk im Konzert der großen Kommunen sei „höchst fraglich und überschaubar“, kritisierte CDU-Fraktionschef Tore Florin in seiner Rede. Darüber hinaus sei Fuldatal „niemals in der Lage, die erforderliche Bürgschaft von 1,5 Millionen Euro zu übernehmen“. Der „Traum vom goldenen Netz“ sei eine Illusion.

Ablehnend standen dem Projekt auch die Grünen gegenüber. Allein mit einem strategischen Partner hätte man mehr Einfluss“, meinte Thomas Ackermann, der darüber hinaus sein „ungutes Bauchgefühl“ gegenüber dem Projekt ins Feld führte. Und sein Fraktionskollege Peter Klemt schlug vor, „ein eigenes Gemeindewerk im Bereich Elektrotechnik zu gründen“.

Zu den Befürwortern gehörte die FDP. „Wir müssen selbst kein Geld in die Hand nehmen“, argumentierte Klaus-Dieter Sänger. Für einen Alleingang mit einem Partner sei Fuldatal zu klein.

Ziel müsse es ein, „Netze zu bekommen und Einnahmen zu erzielen“, sagte Heidrun Gottschalk für die SPD. Dafür sei die Kooperation der Kommunen mit Eon Mitte „die günstigste Lösung“. Das unternehmerische Risiko sei dabei „überschaubar“, ergänzte Gabriele Künzer. (swe)

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