Defibrillatoren an 14 Stellen in der Stadt Vellmar – Präsentation vor dem Rathaus stieß auf großes Interesse

Stromschock rettet vor Herztod

Wo ist der nächste Standort: Erich und Anna Kyas informierten sich aus der Broschüre, die verteilt wurde.

Vellmar. Die Sonne brennt auf den Vellmarer Rathausplatz. Plötzlich bricht ein Mann zusammen. Herzstillstand! Der Passant Michael Bartel reagiert schnell, holt den automatischen Defibrillator (AED) aus dem Rathaus, klappt das Gerät auf und folgt den Anweisungen der Stimme aus dem Lautsprecher des Geräts.

Dessen Stromstoß setzt das Herz des am Boden liegenden wieder in Gang. Bartel massiert Herz und Brustkorb. Da heult die Sirene des Rettungswagens. Joel Muoneke, Andreas Petersen und Dennis Krug vom Rettungsdienst des Kasseler Roten Kreuzes übernehmen die Versorgung.

„Eine sehr gute Sache“

Das war nur eine Übung, die am Samstag zahlreiche Bürger in Vellmar gespannt verfolgten. Sie machte anschaulich, wie viele wertvolle Minuten man bei der Rettung eines Herzkranken gewinnt, wenn ein Helfer sofort den nächsten der im Stadtgebiet verteilten 14 Defibrillatoren holt und damit Rettungsmaßnahmen einleitet. Bei der Präsentation des Projekts lernten viele interessierte Bürger, wie leicht das Gerät zu bedienen ist. Viele übten auch die Atemspende und die Herz-Thorax-Massage an Übungspuppen. „Das ist eine sehr gute Sache“, sagte Erich Kyas. Er sei vor drei Jahren selbst einmal zusammengebrochen und froh gewesen, dass schnelle Hilfe kam. Der Vellmarer Rentner informierte sich mit seiner Frau Anna über den Standort des nächsten Defibrillators.

„Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf dem Sportplatz, und plötzlich kippt einer neben Ihnen um“, sagte Rettungsassistent Martin Pillkowsky, während er einigen Besuchern das Anlegen der Elektroden zeigte. „Wichtig ist, dass Sie keine Angst haben, das Gerät zu bedienen“, fügt er hinzu.

Damit die Hemmschwelle zur Bedienung der Geräte sinkt, will die Gemeinde jetzt nach und nach Vertreter von Vereinen, Firmen und anderen Institutionen schulen, die in der Nähe eines Defibrillators tätig sind. Städtische Bedienstete wurden schon ausgebildet. Das AED-Projekt ist eine Kooperation zwischen der Stadt Vellmar, der Krefelder Firma Hillus und dem Kasseler Deutschen Roten Kreuz (DRK). Fernziel sei es, überall dort Defibrillatoren aufzustellen, „wo viele Menschen sind“, sagte Stadtbrandinspektor Wolfhard Eidenmüller, der das Projekt mit dem Arzt Dr. Samir Ragab und DRK-Mitarbeiter Timo Hausotter initiiert hat.

60 bis 70 Geräte seien wünschenswert. Eidenmüller hofft, Gewerbetreibende als Sponsoren zu gewinnen.

Von Peter Dilling

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