Wohnungsnot in Kassel: Studentenbuden sind knapp

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Die Wohnungsnot bei Kasseler Studenten ist groß: Auch in den umliegenden Kommunen der Stadt sind kleine Unterkünfte Mangelware.

Kreis Kassel. Von überall her kommen junge Menschen nach Kassel, um an der Universität zu studieren. Mehr als 23.000 angehende Akademiker sind aktuell eingeschrieben - so viele wie noch nie. Die Wohnungsnot ist deshalb gerade in der Stadt groß.

Die 1000 Wohnheimplätze des Studentenwerks sind ausgebucht, 770 Studenten stehen noch auf der Warteliste. Oft bleibt den Kasseler Studenten nichts anderes übrig, als sich auf der Suche nach günstigem Wohnraum auch im Umland umzusehen.

„In Kommunen, die mit der Straßenbahn leicht zu erreichen sind, wie Vellmar, Baunatal und Kaufungen, sind kleine Wohnungen ebenso knapp wie in der Stadt“, sagt Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel. Er empfiehlt den Studenten, sich in Bereichen umzusehen, die gut mit der Regiotram zu erreichen sind: Zum Beispiel Grebenstein, Ahnatal und Calden. Und noch einen Tipp hat der Kreissprecher parat: „Studenten auf Wohnungssuche sollten sich die Gemeindeblätter der jeweiligen Orte besorgen. Oft werden Wohnungen von privaten Vermietern in den Blättchen angeboten.“

Dass oft nur größere Wohnungen zu mieten sind, bestätigen auch die Vertreter der Kommunen: In Vellmar sind nach Angaben von Wolfhard Eidenmüller von der Stadtverwaltung kleine Wohnungen Mangelware.

In Baunatal sieht es noch schlechter aus. „Die Stadt ist zurzeit proppenvoll“, sagt Thomas Briefs, Pressesprecher der VW-Stadt. „Wegen der steigenden Einwohnerzahl haben wir grundsätzlich kaum Wohnraum im Angebot.“

Auch in Kaufungen gebe es kaum kleinen, günstigen Wohnraum, sagt Doris Heidmann, Sachbearbeiterin für den Bereich Wohnungswirtschaft bei der Gemeinde Kaufungen. „Wir haben ein einziges Ein-Zimmer-Apartment im Ort“, so Heidmann. „Und das ist seit langer Zeit vermietet.“

Doch wie realistisch ist es überhaupt, dass Studenten bei Wohnungsknappheit in der Stadt auf das Umland ausweichen? „Meist möchten Studenten nicht weiter von der Uni weg wohnen, als in Vellmar oder Ihringshausen“, sagt Brigitte Schwarz, Sprecherin des Studentenwerks. „Wenn man samstags bis spätabends in der Bibliothek sitzt, will man nicht mehr weit fahren.“

Zumindest in Baunatal kann es für Studenten bald etwas besser aussehen: Bis Ende 2014 sollen im Wohngebiet Am Stadtpark 132 Wohnungen entstehen, darunter 27 Kleinstwohnungen.

Von Theresa Ziemann

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