Kosten sparen

Studie der Uni Kassel: Bürger finden Kommunale Zusammenarbeit gut

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Stimmungsvolle Trauung: Viele Gemeinden arbeiten bei ihren Standesämtern zusammen. Meist werden Standesbeamte ausgeliehen, das Heiraten im Heimatort ist dann weiter möglich.

Kreis Kassel. Laut einer Studie der Universität Kassel stehen die Menschen im Landkreis Kassel stehen einer engeren Zusammenarbeit ihrer Gemeinden aufgeschlossen gegenüber. Bis zu 65 Prozent der Befragten befürworten eine Zusammenarbeit ihrer Kommunen.

Für die Studie waren im vergangenen September Menschen aus der Region nach ihrer Einstellung zur interkommunalen Zusammenarbeit befragt worden. Das Ergebnis liegt jetzt vor.

Kleinere Gemeinden stünden angesichts des demografischen Wandels und prekärer Haushaltslagen vor Herausforderungen, für die interkommunale Zusammenarbeit eine Lösung sein könne, sagt Prof. Dr. Ivo Bischoff von der Uni Kassel, der die Studie federführend betreute.

Grundsätzlich versprächen sich die Bürger Kostenersparnis und mehr Qualität davon. „Von einer breiten Ablehnungsfront, wie sie manchmal von Kommunalpolitikern dargestellt wird, kann keine Rede sein“, sagt Bischoff. Allerdings komme es darauf an, wo es eine Zusammenarbeit geben soll: In technischen Bereichen wie Winterdienst oder Verwaltung stoße sie eher auf Zustimmung.

Im Landkreis Kassel sind alle 29 Kommunen Kooperationen eingegangen, teilte Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage mit, allerdings mit großen Unterschieden. So setzen Ahnatal (22 Kooperationen) und Vellmar (17) sehr stark auf die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen, während Nieste (5) und Niestetal (2) weit zurückhaltender sind.

„Wir finden Kooperationen gut“, sagte der Kreissprecher, aber sie lägen im Ermessen jeder Stadt und Gemeinde. Maßstab müsse sein, „dass es positive Effekte für die Bürger und die Gemeinde gibt“.

Interkommunale Zusammenarbeit sei eine gute Möglichkeit, Kosten zu sparen, ohne die Leistungen für die Bürger einzuschränken. Gerade auf dem flachen Land seien viele Kommunen auf Zusammenarbeit angewiesen. Die meisten Kooperationen im Landkreis Kassel gibt es bei den Bauhöfen, Standesämtern und den Ordnungsbehördenbezirken.

Aber auch etwa bei der Sicherheitsüberprüfung von Beleuchtungsmasten oder beim Einkauf von Materialien arbeiten Kommunen zusammen.

Von Holger Schindler und Sina Beutner

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