Investition von 28 Mio. Euro

Studie: Tram-Anschluss nach Lohfelden sinnvoll

Achtung Straßenbahn: Wenn den Empfehlungen der Machbarkeitsstudie gefolgt wird, fährt in einigen Jahren die Tram auch in Lohfelden. Archivfoto: nh

Lohfelden/Kassel. Der Anschluss von Lohfelden an das Straßenbahnnetz von Kassel würde jährlich 276.000 Fahrgäste von der Straße auf die Schiene bringen und für verbesserte Verbindungen in die Kasseler Innenstadt sorgen.

Zu diesem Ergebnis und insgesamt positiven Bewertungen kommt die Planungsgruppe Nord in einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie.

Die der HNA vorliegende Untersuchung wird am Montag den Fraktionen der Gemeindevertretung in einer nichtöffentlichen Sitzung vorgestellt. Die Studie zum Tram-Anschluss ist eine Vorstufe zur Kosten-Nutzen-Untersuchung, die der KVG und der Gemeinde eine Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen liefern kann.

Viel Zeit bleibt nicht: Sollte man sich für den Straßenbahnanschluss entscheiden, müsste das Projekt bis 2014 beim Land Hessen angemeldet werden, damit die Zuschüsse aus dem 2019 auslaufenden Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz nicht verloren gehen. Immerhin wird bei dieser Investition mit einer Förderung von bis zu 21,7 Millionen Euro gerechnet.

Das Thema Straßenbahn stand bereits Ende der 1990er-Jahre auf der Tagesordnung, wurde aber nach heftigen Einwänden von Lohfeldener Anwohnern begraben. Das Projekt dürfte erneut für Wirbel sorgen.

Die örtliche Initiative „Regionaler Verkehrsverein“ hat bereits ihren Widerstand angekündigt: „Die Gemeinde sollte wichtigere Aufgaben finanzieren“, sagte deren Vorsitzender Jürgen Kirchner der HNA vor einer Infoveranstaltung des Vereins am heutigen Freitag (Beginn 19.30 Uhr, Gaststätte „Zum Loh“). In der Bevölkerung gibt es aber auch viele Befürworter eines Straßenbahnanschlusses. Die Experten empfehlen eine Verlängerung der KVG-Linie 8 von der Haltestelle Kassel-Lindenberg über Forstbachweg auf der alten Söhrebahn-Trasse nach Lohfelden. In der Gemeinde wird eine Streckenführung ab Ochshausen im Verlauf der Buslinie 37 und weiter über die Söhrestraße (Regenbogenschule /Richter-Hallen) zur Langen Straße favorisiert; dadurch werden das Geschäftszentrum Hauptstraße und 50 Prozent mehr Einwohner angeschlossen, heißt es. Der Schienenweg über die alte Söhrebahn-Trasse sei preisgünstiger, führe aber teilweise sehr nahe an bestehenden Wohnhäusern vorbei.

Die Verlängerung der Straßenbahn nach Vollmarshausen wurde nicht weiter untersucht. Sie wäre unwirtschaftlich, so die Verfasser der Studie.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

HINTERGRUND

Anbindung empfohlen Bereits Anfang der 80er-Jahre gab es beim Zweckverband Raum Kassel Überlegungen zu einer Straßenbahnverlängerung nach Lohfelden, mit der man auf die Stadtrandabwanderungen reagieren wollte. Empfohlen wird der Straßenbahnanschluss Lohfeldens im Verkehrsentwicklungsplan der Gemeinde, im Nahverkehrsplan des Nordhessischen Verkehrsverbunds NVV und im Nahverkehrsplan der Stadt Kassel. (ppw)

840 Fahrgäste mehr als bisher

Die Fahrzeit von der Endstation Lohfelden bis Kassel-Lindenberg betrüge 11 Minuten, die Fahrzeit zum Friedrichsplatz weitere 16 Minuten. Die Tram würde in Lohfelden täglich 840 Fahrgäste mehr bringen. Der CO2-Ausstoß würde jährlich um 625 Tonnen reduziert. (ppw)

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