Gemeinde informierte Einwohner – Bürgermeister plädiert für Straßenbahnanschluss

Studie: Tram nach Lohfelden machbar

Ein möglicher Anschluss Lohfeldens an das Tram-Netz der KVG sorgte jetzt während einer Bürgerversammlung für ein volles Bürgerhaus und lebhafte Diskussionen. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Der Bürgerhaussaal war rappelvoll, als Rathauschef Michael Reuter (SPD) und leitende Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung am Mittwochabend in einer Bürgerversammlung Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Straßenbahn in Lohfelden präsentierten.

Damit wurde das Gutachten der Kasseler Planungsgruppe Nord nach bisher nur internen Beratungen erstmals öffentlich vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation konnten Bürger Fragen zu der von den Fachleuten empfohlenen Tramverbindung stellen und ihre Meinung sagen.

Spaltung vermeiden

Als Liebhaber der Straßenbahn sei er für den Tram-Anschluss, wenn er der Gemeinde Lohfelden wirtschaftlich zugemutet werden könne und keine Spaltung der Bevölkerung bewirke, sagte der Bürgermeister zu Beginn der Veranstaltung. Die Entscheidung, ob man dem Thema mit einer Kosten-Nutzen-Analyse nähertreten wolle oder nicht, müsse aber von der Gemeindevertretung noch getroffen werden, räumte Michael Reuter ein.

Michael Reuter

Der Verwaltungschef benannte Eckpunkte: Aus 24 vorgeprüften Varianten habe sich eine Vorzugstrasse von Kassel-Lindenberg über Forstfeld, Freibad Lohfelden und Hauptstraße bis Söhrestraße, Lange Straße und weiter bis zu einem Wendeplatz am Fuße des Hammelsbergs herauskristallisiert. Die Fahrzeit betrage nur 11 Minuten, die Bahn würde im 15-Minuten-Takt verkehren. Außerdem sollen zwei Zubringer-Buslinien für entfernter wohnende Fahrgäste eingerichtet werden.

Vollmarshausen könne aus wirtschaftlicher Sicht nicht angeschlossen werden, soll aber durch einen Schnellbus direkt mit Kassel verbunden werden; auch Fahrgäste der Buslinie 37 könnten mit zeitlichen Einsparungen rechnen, sagte der Bürgermeister.

Reuter nannte auch Fahrgastzahlen: So würde diese Straßenbahnführung einen Zuwachs von 276.000 Fahrgästen jährlich ausmachen, 35 Prozent mehr als jetzt in den Bussen mitfahren. Auch im Lossetal und Vellmar habe die Tram Zuwächse von gut 40 bis 60 Prozent bewirkt, so der Verwaltungschef.

28,1 Millionen Euro

Der Kostenfaktor spielte während der Präsentation und bei den Wortbeiträgen eine wichtige Rolle. Wenn die Zuschüsse fließen, müssten von den Baukosten (28,1 Millionen Euro) lediglich 6,4 Millionen von der Stadt Kassel und der Gemeinde Lohfelden als Auftraggeber sowie dem Verkehrsträger gemeinsam investiert werden.

Als zusätzliche Betriebskosten haben die Experten zwischen 224.000 und 410.000 Euro pro Jahr errechnet, auch dieser Mehraufwand würde unter den Partnern in noch auszuhandelnder Höhe aufgeteilt, hieß es.

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