Weimarer Raiffeisenbank wurde vor 120 Jahren gegründet - Broschüre zur Historie ist in Arbeit

Es ist ein Stück Dorfgeschichte

Freuen sich auf die Broschüre zum Jubiläum: Werner Kolle (Vorstandsvorsitzender Raiffeisenbank Calden eG, von links), Dieter Rausch (ehemaliger Vorsitzender), Fritz Borleis und Martin Thöne (Vorstand) vor der Raiffeisenbankfiliale in der Weimarer Dörnbergstraße. Foto: Kisling

Ahnatal. Am 11. März 1892 wurde die Raiffeisenbank Weimar gegründet. 40 Personen waren zusammengekommen und unterzeichneten den Gründungsvertrag zu der Darlehnskasse. Heute, 120 Jahre später, arbeiten die Ahnataler Fritz Borleis und Willi Müller an einer Broschüre zur Entwicklung der heutigen Genossenschaftsbank.

Borleis, aktives Mitglied im Arbeitskreis „Weimar - Geschichte und Geschichten“ hat sämtliche Protokolle der Jahre 1892 bis heute ausgewertet und arbeitet auf dieser Grundlage an der rund 180 Seiten umfassenden Publikation, die voraussichtlich im Herbst fertiggestellt wird. Die Quellen, meist Protokolle der Generalversammlungen, stellte ihm die Raiffeisenbank zur Verfügung.

„Die Geschichte der Weimarer Raiffeisenbank ist ein Stück Dorfgeschichte, die die Entwicklung im Laufe der Epochen wiedergibt“, erläutert Borleis. So sei die Bank von einfachen Ackermännern gegründet worden, um sich bei Geschäften in der Kaiserzeit nicht über den Tisch ziehen zu lassen.

Weimarer Republik

Die Inflation in der Weimarer Republik, in der sich das Gehalt des Rechners von zuvor 500 Mark auf 15 000 Mark erhöhte und die Kreditkompetenzen der Darlehenskasse auf 500 Milliarden Mark explodierten, wurde ebenso überstanden wie der Erste Weltkrieg und das Dritte Reich mit dem Zweiten Weltkrieg.

Nach der Kriegszeit erlebte die Bank einen enormen Mitgliederzuwachs. Unter der Leitung von Wilhelm Humburg etablierte sich das Geldinstitut endgültig im Ort. Dieter Rausch, der nach der gesetzlichen Einführung des Vieraugenprinzips als weiterer Vorstand der Bank hinzukam, sorgte vor allem für einen kräftige Zuwachs bei den Einlagen- und Kreditgeschäften von Kunden. „Die Entwicklung ist bemerkenswert, heute ist man im Ort akzeptiert und geschätzt“, meint Dieter Rausch, ehemaliger Vorstand. Ende der 70er-Jahre änderte sich das Konzept: Aus der Warenverteilung landwirtschaftlicher Güter wurde das heutige Kreditinstitut.

Noch bevor es die Gemeinde Ahnatal gab, fusionierten bereits die Heckershäuser und die Weimarer Raiffeisenbank 1969 zu einer Ahnataler Bank. „Man hat damals die Vernunft sprechen lassen“, erklärt Rausch die Verschmelzung, bei der die Raiffeisenkasse Weimar die Genossenschaft der Heckershäuser Kasse übernahm. Im Nachhinein habe sich der Schritt gelohnt. „Die Rivalität war natürlich gegeben. Aber wir haben bestens zusammengearbeitet und uns positiv entwickelt“, so Rausch. Im Januar 1988 kam es zur Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Calden eG.

Heute ist die Bank ein fester Teil von Weimar. Dementsprechend soll die Arbeit gewürdigt werden. „In der Broschüre steckt unheimlich viel Arbeit und gerne sind wir bereit, das Vorhaben einer Veröffentlichung zu unterstützen“, verspricht Werner Kolle, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Calden eG. (ptk)

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