Stellenbesetzung in Lohfelden bisher gescheitert – Jetzt neuer Anlauf geplant – Posten auf drei Jahre befristet

Auf Suche nach Klima-Manager

Wärmeverlusten nachgehen: Auf Initiative der Grünen können sich Lohfeldener Bürger bei der Gemeinde eine Wärmebildkamera ausleihen, um Energieverluste an ihren Häusern festzustellen. Unser Bild zeigt die Grünen Dr. Christoph Brake (links) und John Jory mit einem solchen Gerät. Archivfoto: Wohlgehagen

Lohfelden. Um die hochgesteckten Klimaziele umzusetzen, will die Gemeinde einen Klimaschutzmanager einstellen. Doch die Besetzung der Stelle gestaltet sich schwierig.

Das räumte Bürgermeister Michael Reuter (SPD) jetzt auch gegenüber dem Gemeindeparlament ein. Bereits im Juni hatte die Gemeinde eine Klimamanagerin aus Marburg eingestellt, doch die habe sich nach nur einem Tag wieder verabschiedet, sagte der Verwaltungschef. Danach habe man die Stelle neu ausgeschrieben.

„Die Mitarbeiterin hat in Marburg eine Stelle bekommen“, sagte Reuter. Auswirkungen auf die zugesagte Förderung vom Bund habe der Vorgang nicht.

Obwohl die Stellenbesetzung (29 Wochenstunden, auf drei Jahre befristet) bisher unter keinem guten Stern stand, bleibt der Bürgermeister zuversichtlich: Auf die neue Ausschreibung seien 30 Bewerbungen eingegangen. Der Gemeindevorstand werde am 14. Oktober entscheiden, so Reuter gegenüber der HNA.

Auf den neuen Mitarbeiter warten umfangreiche Aufgaben: Bis 2030 will Lohfelden die Energiewende schaffen. Der von einer hochkarätig besetzten Steuerungsgruppe konzeptionell vorgezeichnete Weg dahin soll konsequent weiterverfolgt werden. Wie kann man den CO2-Ausstoß verringern, welche Maßnahmen sind für die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien erforderlich? Das sind wesentliche Fragen.

Energetische Sanierung

Die Umstellung auf Biogas in der Wärmeversorgung für öffentliche Einrichtungen im Zentrum der Gemeinde ist ein Anfang. Straßenbahn statt Busverkehr könnte ein nächster großer Schritt für den Klimaschutz sein, aber dieses Thema liegt erst seit ein paar Wochen wieder auf dem Tisch. Gelegen kommen dürfte dem Klimamanager auch die bald aus der Erde wachsende Passivhaussiedlung: Am Lindenberg entstehen mehr als 100 energetisch vorbildlich geplante Wohneinheiten.

Folgt man Kritikern, dann fehlen Anreize seitens der Gemeinde für die energetische Sanierung bestehender Häuser. Hier könnte ein weiteres Betätigungsfeld für den neuen Stelleninhaber liegen.

Am schnellsten punkten will die Gemeinde bei der Umstellung der Stromversorgung. Bis 2030 könnten in Lohfelden bis zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien bestritten werden, sagen Experten, wenn man es richtig anstellt, zum Beispiel über eine Beteiligung an Windparks. Im Bereich Fotovoltaik gehöre Lohfelden ohnehin zu den Vorzeigekommunen, heißt es. Jetzt soll zunächst einmal die Stelle des Klimaschutzmanagers besetzt werden, dann könne man sich auch daranmachen, die Vorschläge zur Energieeinsparung umzusetzen, sagte Michael Reuter. Der Verwaltungschef entschuldigte sich während der Parlamentssitzung bei den Grünen, dass ihre Anträge zum Klimaschutz noch nicht bearbeitet werden konnten. Die Grünen waren vor der Sommerpause dafür eingetreten, besonders die Sanierung bestehender Gebäude zu forcieren und die Anreize für energieeffizientes Bauen zu erhöhen.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.