Europäische Konferenz in Niestetal zeigte Hürden und Chancen der Energiewende auf

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Diskussion über Energiewende: Armin Raatz von der KEEA (von links), Barbara Rogosz (Polen), Uwe Schenk, Baunatal, und Volker Carle, Cölber Bürgermeister, tauschten Erfahrungen aus. Foto: Dilling

Kreis Kassel. Die Energiewende verlangt nicht nur in unserer Region einen langen Atem: Wasserkraftwerke gebe es in Polen zwar viele. Doch Solarkraft und Windenergie hätten es in ihrer Heimat schwer, sagt Barbara Rogosz aus der polnischen Stadt Breslau. Die Lobby der Kohlekraftwerksbetreiber sei stark, Subventionen gebe es nicht, dafür viele private Initiativen für erneuerbare Energien.

Rogosz gehörte zu den Kommunalvertretern aus verschiedenen Ländern Europas, die jetzt beim Niestetaler Solarspezialisten SMA Hürden und Chancen der Energiewende auf kommunaler Ebene diskutierten und sich positive Beispiele, wie etwa die Energieversorgung in Wolfhagen oder dem mehrfach preisgekrönten Alheim (Kreis Hersfeld-Rotenburg) anschauten.

Vier Veranstalter

Ausgerichtet hatte diese Konferenz im Rahmen der europäischen Initiative „Energyregion“ die Stadt Baunatal, die Gemeinden Niestetal und Cölbe (bei Marburg) sowie die Klima- und Energieeffizienz-Agentur Kassel (KEEA).

Die Diskussion habe gezeigt, dass es keinen „Königsweg“ zur Energiewende gebe, sagte Uwe Schenk, Leiter des Baunataler Bauamts. Baunatal unternehme viele Anstrengungen zur Energieeinsparung, beispielsweise im Baugebiet am Obersten Heimbach. Momentan sei in Baunatal eine Bestandsaufnahme und eine Fragebogenaktion unter den Bürgern zur Energiewende geplant.

Man strebe eine qualifizierte Energieberatung für alle Gebäudebesitzer an. Das größte Problem sei die Sanierung von Bestandsgebäuden, die gleichzeitig große Energieeinsparungen verspreche.

Arno Scheer, Klimaschutzmanager der Gemeinde Niestetal, sagte, es sei teilweise „frustrierend“, welche Probleme Nachbarländer mit der Energiewende hätten.

„Wir wollen im Rahmen des Projekts Energyregion einen Werkzeugkasten zusammenstellen.“

armin raatz

Niestetal ist dagegen mit seinem Solarpark bei SMA auf gutem Weg. Für energetische Sanierungen hat die Kommune mehr als eine halbe Million Euro Zuschüsse reserviert. Die Bürger müssten auf dem Weg der Energiewende mitgenommen werden, auch die Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen sei wichtig.

Umdenken der Bürger

„Wir wollen im Rahmen des Projekts Energyregion einen Werkzeugkasten zusammenstellen“, sagte Armin Raatz von der KEEA. Aus einem Strauß von Strategien zur Energiewende, die sich schon bewährt hätten, könnten sich die Gemeinden dann bedienen. Wichtig sei nicht nur intelligente Technik sondern ein Umdenken unter den Bürgern in Sachen Energie. (pdi)

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