Suedlink-Betreiber: Erdkabel soll Ballungsräume meiden

Sie kommen in die Erde: Das Bild zeigt Varianten von Erdkabeln. Bei Suedlink sollen Leitungen ausschließlich im Boden verlegt werden. Archivfoto: dpa

Kreis Kassel. Anstatt durch die Region wird die Suedlink-Freilandtrasse weiter östlich verlaufen. Hier die Gründe des Betreibers Tennet. 

Ballungsräume wie der Raum Kassel und der Raum Frankfurt sowie bergiges Gelände – diese Kriterien haben dazu geführt, dass sich die Trassenverläufe für die geplante Stromleitung Suedlink vom Landkreis Kassel weg nach Osten verschoben haben. „Das ist eine Sackgasse“, erläuterte Lex Hartmann, Mitglied der Geschäftsführung beim Suedlink-Betreiber Tennet, am Freitag in Kassel.

Wer ist betroffen?

Lex Hartmann

Anfang der Woche hatte Tennet die ersten Trassenvarianten für eine Erdverkabelung veröffentlicht (HNA berichtete). Damit wurde deutlich, dass weite Teile der Leitung von Hannover kommend frühestens ab dem Jahr 2025 vermutlich durch Thüringen führen werden. Betroffen sein könnten auch die Städte Northeim und Göttingen sowie ein östlicher Bereich des Werra-Meißner-Kreises. Der Raum Kassel bliebe – entgegen der früher geplanten Suedlink-Freilandleitung – von dem Vorhaben verschont.

Was wird berücksichtigt?

Ein Erdkabel komme auf den Trassenverläufen für eine Freilandleitung nicht in Betracht, sagt Hartmann. Die Beeinträchtigung von Mensch und Natur sei dort wesentlich größer. Insgesamt seien 50 Kriterien bei Suche für Erdkabeltrassen anders. „Diese Kriterien gewichten wir“, sagte Hartmann. „Und so haben wir uns einen Weg durch Deutschland gesucht.“

Dieser Weg durch Deutschland für den Transport von Strom von Norden nach Süden wird rund 700 Kilometer lang. Laut Hartmann sind auf der später ausgewählten Trasse für eine 320-KV-Leitung acht parallel verlaufende Erdkabel notwendig. Der Korridor wird 25 Meter breit. Bis auf die Anpflanzung von Wald und den Bau von Gebäuden sei jede Art der Bewirtschaftung über dem Kabelverlauf in 1,80 Metern Tiefe möglich, sagte der Tennet-Chef. Überlegungen gebe es, neue Technik einzusetzen mit einer Spannung von 525 KV. „Dann brauchen wir nur die Hälfte an Kabeln“, so Hartmann. Eine solche Variante gebe es aber bisher in der Praxis noch nicht.

Wer redet mit?

Der Tennet-Geschäftführer betont, dass sich ab sofort ein langes Planungsverfahren anschließe in dem auch die Bürger der Regionen eigene Varianten einreichen könnten.

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