Sonderausstellung zur Schule anno dazumal weckte manche Erinnerung

Sütterlin und Schiefertafel

Erinnerungen an die Schulzeit: Heinz Leimbach (von links), Gerda Stey und Edeltraud Franz erinnern sich noch an ihre Schulzeit in der alten sowie neuen Schule, für die sie Steine säubern mussten.

Fuldatal. Begeistert nahmen sie Platz in der Schulbank mit Klappsitzen des Klassenzimmers der Schule von anno dazumal: Die sechsjährige Anne-Lena Brunsch mit ihrem zehnjähriger Bruder Max schrieben ihre Namen mit einem Griffel auf die dort liegenden Schiefertafeln, wobei ihnen Karl-Ulrich Schlaudraff vom Museumsverein behilflich war und Rosemarie Glöckl zuschaute.

Die Kinder waren mit ihren Großeltern ins Simmershäuser Haus der Vereine gekommen, um sich die Sonderausstellung „Schule - Rückblick und Erinnerung“ des Fuldataler Geschichts- und Museumsvereins anzusehen. Sie interessierten sich für die Utensilien, die im ehemaligen Schulsaal in Simmershausen zu sehen waren. Für Max war die große Tafel das nächste Ziel, um sich dort zu verewigen.

Für viele Besucher war die Ausstellung am vergangenen Sonntag mit vielen Erinnerungen verbunden, waren sie doch während ihrer Schulzeit in den Ausstellungsräumen unterrichtet worden. Genau dies war das Ziel der Ausstellungsmacher: Erinnerungen wecken.

So ging es der 72-jährigen Edeltraud Franz, die in der Zeit von 1946 bis 1955 hier die Schulbank drückte und sich noch gut erinnern kann. „Wir haben hier für den Neubau der Schule (1949/50 errichtet) die Steine reine gemacht“ erzählt sie und Heinz Leimbach (74) und Gerda Stey bestätigen diese Arbeiten der Schüler für ihre neue Schule. Sie hatten ihre Schulausbildung noch in der alten Schule, die heute nicht mehr steht, begonnen.

Auch für Inge (79) und Günther Friedrich (88), die aus Eisleben stammen und heute in Simmershausen wohnen, war es eine Reise in die Vergangenheit. In der Schreibstube betrachteten sie die Sütterlinschrift, die während ihrer Schulzeit üblich war und nach dem Krieg nur noch als Schönschrift gelernt werden musste.

Für Manfred Frey, der frühere Erste Beigeordnete der Gemeinde, war die Ausstellung eine tolle Sache, weil sie die früheren Verhältnisse hervorragend darstelle und dokumentiere. „Es wäre wichtig, dass die heutigen Grundschüler die Ausstellung besuchen, damit sie erkennen, wie gut sie es heute in der Schule haben“, meint Frey.

Darauf hofft Vorsitzender Volker Luckhard: dass die Fuldataler Schulen das Angebot bis zum 3. Dezember nutzen und Termine für den Besuch der Ausstellung vereinbarenden. Die Sonderausstellung wird ein zweites Mal am Sonntag, 4. Dezember, von 15 bis 18 geöffnet sein.

Besonders erfreut ist der Vorsitzende des Geschichts- und Museumsverein über den guten Besuch beim ersten Ausstellungstag, der eine gute Resonanz bei den Gästen hatte. Die Besucher verbrachten nach dem Rundgang durch das historische Klassenzimmer noch einige Zeit bei der „Schulspeisung“ in Form von Kaffee und Kuchen. Um sich nach dem Motto „Weißt du noch“ an die vergangene Schulzeit erinnerten.

Kontakt: Volker Luckhard, Telefon 0561 / 81 76 48 oder Eberhardt Molkenthin, Telefon 0561 / 81 15 35.

Von Klaus Hobein

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