Initiative schlägt Hauptgeschäft an der Theodor-Heuss-Straße und Laden im Oberkaufunger Ortskern vor

Supermarkt-Debatte: KWG will Tandem

Fläche steht zur Verfügung: Fleischermeister Gerhard Reichel ist bereit, das Areal am Brauplatz für einen kleinen Markt zu verkaufen. Fotos: Ketteritzsch

Kaufungen. Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag schaltet sich die Kaufunger Wählergemeinschaft (KWG) in die Diskussion über den Standort für einen neuen Supermarkt in Oberkaufungen ein. Die Initiative, die mit zwei Abgeordneten im Gemeindeparlament vertreten ist und ursprünglich die Idee für einen Supermarkt im Bürgerhaussaal unterstützte, propagiert nun eine sogenannte Tandemlösung.

Danach soll auf der gemeindeeigenen Fläche gegenüber der Stützpunktfeuerwache ein Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von maximal 2300 Quadratmetern entstehen. Um den Ortskern von Oberkaufungen zu beleben, will die KWG den Investor verpflichten, dort einen weiteren, deutlich kleineren Markt zu betreiben. Als mögliche Standorte nennt die Wählervereinigung unter anderem den bestehenden Edeka-Markt an der Leipziger Straße / Ecke Schulstraße und ein Areal am Brauplatz, das dem Fleischermeister Gerhard Reichel gehört und heute vorwiegend als Abstellfläche für Autos dient. Auf HNA-Anfrage erklärte Reichel gestern, dass er bereit wäre, das 1400 Quadratmeter große Grundstück zu verkaufen. Bei der KWG ist man davon überzeugt, dass die Tandemlösung mehrheitsfähig ist. „Nach dem Hin und Her der Vergangenheit wollen wir mit diesem Vorschlag eine Antwort geben, die nach unserer Auffassung einen realistischen und für alle gangbaren Weg zeigt“, sagt KWG-Abgeordneter Klaus Höfgen.

Er und seine Mitstreiter, darunter der Kaufmann Ulrich Kellner, haben sich intensiv mit den Grundstücksfragen beschäftigt. Nach ihrer Vorstellung soll die Gemeinde die Fläche an der Theodor-Heuss-Schule an den Investor verkaufen - allerdings nur so viel, wie wirklich gebraucht wird. Den Rest der Fläche soll die Gemeinde behalten.

Und was wird aus dem Riffer-Gelände? Für das Areal, das die Gemeinde für zwei Millionen Euro gekauft hat, schlägt die KWG eine „aufgelockerte, großzügige Wohnbebauung“ vor.

Die denkmalgeschützte Riffer-Villa, um deren Nutzung es ebenfalls Streit gibt, könnte dem Konzept zufolge verkauft und als Wohn- oder Bürogebäude genutzt werden.

Der vordere Teil des früheren Sägewerksgeländes soll für ein Hotel reserviert werden, das seit Jahren für Kaufungen gefordert wird.

Ihr Konzept will die Kaufunger Wählergemeinschaft im Parlament zur Abstimmung stellen - wohl wissend, dass die Entwicklung seit Wochen eindeutig in Richtung Supermarkt auf dem Riffer-Gelände geht. Hans-Richard Schneeweiß, Chef von Edeka Hessenring in Melsungen, will sich zu dem Vorstoß der KWG nicht äußern. Sein Ansprechpartner sei Bürgermeister Arnim Roß (SPD), mit dem er in Sachen Lebensmittelmarkt demnächst ein Gespräch führen werde.

Roß, der sich nach dem Aus für die Bürgerhaus-Variante für die Ansiedlung des Supermarktes auf dem Riffer-Gelände ausspricht, verwies gestern auf die laufenden Gespräche zwischen den Fraktionen. Den KWG-Vorschlag will er gegenwärtig nicht kommentieren. KOMMENTAR

Von Peter Ketteritzsch

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