Tegut beklagt Umsatzrückgang - Niedervellmar ist bald ohne Nahversorger

Tegut schließt Supermarkt in Niedervellmar

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Vor dem Aus: Der Tegut-Markt in Niedervellmar öffnet am Samstag, 3. Dezember, zum letzten Mal. Der Abverkauf hat schon begonnen.

Vellmar. Der Tegut-Markt in Niedervellmar wird geschlossen. Immer weniger Kunden würden in dem Markt an der Triftstraße einkaufen, begründet die Supermarktkette aus Fulda die Entscheidung. Am 3. Dezember ist letzter Verkaufstag.

Seit 33 Jahren kaufen Niedervellmarer im Tegut-Markt an der Triftstraße ihre Lebensmittel ein. Doch es wurden wohl in den vergangenen Jahren immer weniger. Nun steht Niedervellmar bald ohne Nahversorger da.

„Es tut uns leid, schließen zu müssen“, sagte Tegut-Pressesprecherin Andrea Rehnert, auf Anfrage. Der Markt sei seit Jahren defizitär, es habe schmerzhafte Umsatzverluste gegeben. Unter dem Rückgang der Kundenzahl habe auch das Frischeangebot in dem Markt gelitten. Außerdem habe sich die Wettbewerbssituation in Vellmar verändert. Es gebe inzwischen mehrere Supermärkte und Discounter. Viele Niedervellmarer setzten sich auch ins Auto und führen zu dem wesentlich größeren Tegut-Markt am Vellmarer Rathaus. „Letztlich entscheidet der Kunde mit seinem Kaufverhalten, ob ein Markt erhalten bleibt“, sagt Rehnert. Außerdem habe eine Sanierung des in die Jahre gekommenen Marktes angestanden. Das Kostenrisiko sei dafür wegen der geringen Kundenfrequenz zu groß gewesen.

"Katastrophe für ältere Menschen"

Sieben Teilzeitkräfte und geringfügig Beschäftigte sowie zwei Azubis in überbetrieblicher Ausbildung verlieren laut Tegut-Bezirksleiter Dirk Boje in Niedervellmar ihren Arbeitsplatz. Sie seien im September informiert worden. Boje ist sehr optimistisch, dass alle Mitarbeiter bis zur Schließung für eine Tätigkeit in einem anderen Tegut-Markt ein Angebot erhalten. Die Umsatzzahlen seien in letzter Zeit etwas besser geworden, aber immer noch weit vom Soll entfernt, sagte Boje, der wie Rehnert keine Zahlen nannte.

Kunden des Markts nahmen die Nachricht mit Betroffenheit auf. „Das ist fast der Tod für Niedervellmar. Da bleibt die Laufkundschaft für die übrigen Geschäfte weg“, sagte Janina Jugl. Die Vellmarerin kauft gern in ihrer Mittagspause in dem Markt an der Triftstraße ein. Entsetzt zeigten sich auch Wilfried und Inge Walter. „Das ist eine Katastrophe für ältere Menschen in Niedervellmar“, sagte das Rentnerehepaar, das regelmäßig in dem Markt einkauft. „Viele Leute sind abhängig von diesem Laden“, meinte Inge Walter. Außerdem sei es mit dem Start der Straßenbahnlinie und der damit einhergehenden Änderung des Fahrplans der Busse teurer geworden, von Niedervellmar mit dem Bus ins Vellmarer Stadtzentrum zu kommen, da dieser jetzt eine längere Fahrstrecke habe und einen Umweg über Frommershausen mache.

Tegut hatte das Supermarkt-Gebäude von einem privaten Investor gemietet. Der Mietvertrag laufe jetzt aus, sagte Bezirksleiter Boje. Er habe noch nichts von einem Nachfolgemieter gehört. Somit droht auch noch ein Leerstand an der Triftstraße.

Von Peter Dilling

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