Internetcafé der Awo begrüßte 300. Kursteilnehmer - Lange Warteliste

Surfen im Netz hält sie jung

Intensive Schulung: Horst Siebert, Karl-Heinz Umbach und Peter Reckers (von links) zeigen Gerda Stückrath (von links), Helmut Oetzel und Christa Fournier den Weg ins Internet. Fotos: Dilling

Baunatal. Seinen ersten Computer hat Otto Simer vor ein paar Jahren von seiner Tochter geschenkt bekommen. Doch seine ersten Erfahrungen waren ernüchternd. Er besuchte in Kassel einen Computerkurs. „Da bin ich genauso doof herausgekommen wie ich hineingegangen bin“, sagt der 84-Jährige.

Heute gehört Simer zu den Stützen des Internet-Cafés der Baunataler Arbeiterwohlfahrt und geht den Kursleitern dort sogar zur Hand. Und auch der 300. Kursteilnehmerin, die die Kreisvorsitzende Doris Bischoff der Awo gestern mit einem Blumenstrauß begrüßte, gibt Simer so manchen guten Tipp: Gerda Stückrath (71) und ihr Mann Karl (73) aus Altenbauna üben fleißig, zu googeln und E-Mails zu versenden. Die Arbeit mit dem Computer halte geistig flexibel, sagt Gerda Stückrath.

Das haben wohl immer mehr Senioren entdeckt. Denn das Internetcafé der Awo, das unter anderem von dem Gewinnsparverein der Sparda-Bank gesponsert wird, ist eine Erfolgsgeschichte. „Unsere Räume sind von montags bis freitags voll“, berichtet Theresia Kreher, die stellvertretende Leiterin der Awo-Begegnungsstätte. Seit drei Jahren schiebe man eine Warteliste vor sich her, sagt Horst Siebert, einer der drei ehrenamtlichen Kursleiter.

Der Erfolg des Internetcafés, für das Sieberts Kollege Karl-Heinz Umbach vor acht Jahren den Grundstein legte, kommt nicht von ungefähr: Das Trainingsprogramm für das Surfen im weltweiten Netz ist auf Späteinsteiger zugeschnitten. Das Trainerteam, zu dem vergangenes Jahr auch Peter Reckers gestoßen ist, ein pensionierter Mitarbeiter der Uni Kassel, passt sich dem individuellen Lerntempo der Teilnehmer an. Einzelberatung wird großgeschrieben und nicht so genau auf die Uhr geguckt. Dem Tempo ihrer Kinder oder Enkel am PC seien ältere Menschen oft nicht gewachsen, sagt Umbach.

Baunatals Bürgermeister Manfred Schaub bezeichnet das Internetcafé als wichtigen Baustein der Seniorenarbeit in der Stadt. Doch auch Jüngere profitieren von dem Angebot. Er habe schon ehemalige Hartz-IV-Empfänger im Kurs gehabt, die für ihren neuen Job ihre Computerkenntnisse auffrischen wollten, erzählt Siebert. (pdi)

Info und Kontakt: www.awo-ats-baunatal.org

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