Bittgottesdienst: Besucher gedachten mit 400 Kranichen der Katastrophe in Japan

Symbole der Hoffnung

Dachten gemeinsam an Japan: Geert Platner (von links), Pfarrerin Ute Dilger, Irmtraud Mohr, Lieselotte Bäsmann und Pfarrer Heinrich Schomann gestalteten den Bittgottesdienst in Weimar. Foto: privat/nh

Ahnatal. In Japan gilt ein Kranich als ein Symbol des Glücks und der Langlebigkeit. Doch in Anbetracht der jüngsten Katastrophen in dem Land, dem Tsunami und dem verheerenden Atomunfall im Kernkraftwerk Fukushima, entwickelt sich der Vogel immer mehr zum Symbol der Hoffnung im Kampf gegen das Leid und das Unglück.

Weltweit wurden Kraniche in Gedenken an den asiatischen Ostküstenstaat gefaltet. Auch die Kirchengemeinde Weimar hatte dazu aufgerufen, Friedenskraniche zu falten. Zum Bittgottesdienst waren rund 400 bunte Kraniche zusammengekommen. Allein die beiden dritten Klassen der Helfensteinschule falteten über 200 Kraniche, in Gedenken an die japanischen Kinder.

Ehrenplatz

Diese Kraniche bekamen einen Ehrenplatz über dem Altar. Pfarrerin Ute Dilger meinte zu der Dekoration, dass diese eine Leichtigkeit vermittele, bei der man „einen Hoffnungsschimmer empfinde“. Neben Dilger gestalteten Mitglieder des Deutsch-Japanischen Friedensforums (DJFF) in Ahnatal und Kassel den Gottesdienst mit.

Lieselotte Bäsmann rezitierte an verschiedenen Stellen Haiku, Gedichte nach japanischer Art, die nach der Katastrophe formuliert worden sind. Geert Platner erzählte vom Gründungsgottesdienst des DJFF vor 30 Jahren, als die japanischen Freunde genau 1000 sehr kleine Papierkraniche mitgebracht hatten, die damals die Kirche schmückten.

Pfarrer Heinrich Schomann hatte Stücke von geschmolzenem Glas und Metall aus Hiroshima mitgebracht. Nach dem Atombombenabwurf 1945 wird bis heute mit Papierkranichen der verstorbenen Kinder gedacht.

Pfarrerin Dilger rief die Gottesdienstbesucher auf, in der Stille die Papierkraniche mit einem persönlichen Gebet für die betroffenen Menschen in Japan zu verbinden. In den Fürbitten wurde auch intensiv für die Menschen in den arabischen Ländern gebetet, die sich nach Freiheit und Demokratie sehnen.

Am Ausgang konnten die Besucher des Bittgottesdienstes eine Faltanleitung und Papier zum Falten von Kranichen mitnehmen. Denn nach einer japanischen Legende erfüllt sich ein Wunsch, wenn man 1000 Papierkraniche zusammenhat.

Von Tobias Kisling

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