Kindertagespflege Baunatal-Schauenburg ist Säule für Betreuung unter Dreijähriger – Gegründet vor 35 Jahren

„Tagesmütter sind kein Notnagel“

Team statt Einzelkämpferinnen: Die Vorstandsmitglieder Melanie Füßling, Anke Albrecht, Daniela Busch, Manuela Brombach und Jaqueline Leja (vorn von links) tauschen sich mit ihren Kolleginnen regelmäßig aus.

Baunatal/Schauenburg. „Kinder brauchen, wenn sie ganz klein sind, eine enge persönliche Beziehung. Deshalb wollte ich, dass meine Kinder in einer kleinen Gruppe betreut werden“, sagt Sarah Hergesell. Die Förderschullehrerin aus Altenritte weiß ihre Kinder Elisa (1) und Silas (2) gut bei Melanie Füßling, ihrer Tagesmutter, aufgehoben.

Hergesell gehört zu den Frauen, die ihre Kinder bewusst der Kindertagespflege Baunatal-Schauenburg, einem Zusammenschluss von 22 Tagesmüttern, und nicht einer Kinderkrippe anvertrauen. Lange bevor der Staat die Wichtigkeit der Betreuung von Kleinkindern für die berufliche Entwicklung von Frauen entdeckte, kümmerten sich in Baunatal und Schauenburg Tagesmütter um diese Altersgruppe. Den Anstoß gab vor 37 Jahren ein bundesweites Betreuungsprojekt nach dem Vorbild Schwedens. Nach dessen Ende machten die Tagesmütter weiter.Hergesell hat das miterlebt, ihre Mutter gehörte zu den Gründungsmitgliedern.

Trotz des intensiven Ausbaus von Krippenplätzen in den Kindertagesstätten können die Frauen der Kindertagespflege nicht über mangelnde „Kundschaft“ klagen: Rund 100 Kinder würden derzeit betreut, sagt Manuela Brombach, die Vereinsvorsitzende. „Wir haben reichlich Nachfragen.“

Enger Kontakt mit Eltern

Das große Plus sei neben der individuellen Betreuung und dem engen Kontakt mit den Eltern die Flexibiliät der Tagesmütter, erklärt ihre Kollegin Jaqueline Leja. Brombach betont: „Wir sind kein Notnagel“.

Die Tagespflege fülle zum Teil eine Lücke im Betreuungssystem, sagt Melanie Füßling. Schauenburger Kitas nähmen Kinder erst ab zwei Jahren auf. Eine Krippe in Hoof sei erst in Planung. Die Stadt Baunatal habe die Kapazitäten der Kindertagespflege fest in ihr Betreuungskonzept integriert. Gesucht würden noch Tagesmütter, die vor allem in den Randzeiten und am Wochenende Kinder betreuen können.

Mitglieder hätten Vorteile

Mitglieder des vor 35 Jahren gegründeten Vereins hätten große Vorteile, sagt Brombach. Einmal im Jahr werde eine Fortbildung angeboten. Außerdem kooperiere man mit dem AWO-Spielkreis, der Gemeinde Schauenburg und der Stadt Baunatal. Einmal im Monat tauschen sich die Tagesmütter im Baunataler Frauencafé aus. Sie können auch auf einen Fundus des Vereins mit nützlichen Dingen zurückgreifen, die man für die Betreuung braucht.

Weiterhin unterhält der Verein eine Vermittlungsstelle mit einer angestellten Sozialpädagogin, die die Eltern berät und abklärt, welche Tagesmütter am besten zu bestimmten Kindern passen.

Info und Kontakt: Manuela Brombach, Tel. 0561/498939, Vermittlungsstelle , Tel. 05601/3039125, Stadtteilzentrum Baunsberg, geöffnet dienstags 15.30 bis 18 Uhr und mittwochs 9.30 bis 12 Uhr.

Von Peter Dilling

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