Reinhardswaldschule: Ministeriumssprecher weist Spekulationen um mögliches Aus zurück

Tagungsstätte bleibt erhalten

Neues Wirtschaftsgebäude: Das Christine-Brückner-Haus hatte die Landesregierung für 3,2 Millionen Euro errichtet. Im Herbst 2006 wurde es eingeweiht. Foto: S. Dilling/nh

Fuldatal. Hinter den Kulissen rumort es. Die Frage, die für Unruhe sorgt: Was hat die Landesregierung mit der Reinhardswaldschule vor? Schließt sie die Tagungsstätte oder zieht sie die Lehrerfortbildung ab? Es wurde eigens eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die auch die Reinhardswaldschule auf den Prüfstand stellt.

Dennoch scheinen die Befürchtungen unbegründet. Diesen Eindruck vermittelt gestern auf HNA-Anfrage Dr. Alexander Hirt, Sprecher des hessischen Kultusministeriums. Laut Hirt ist eine Tagungsstätte „die bestmögliche Nutzung“ der Reinhardswaldschule. In den vergangenen Jahren seien bereits verschiedene Möglichkeiten geprüft worden. „Aus heutiger Sicht verbleibt nur mehr die Nutzung als Tagungsstätte.“

Derzeit bemühe sich das Ministerium um ein Landeskonzept, um die vorhandenen Kapazitäten besser auszunutzen. So kann sich das Ministerium auch vorstellen, dass in Simmershausen auch Tagungen anderer Behörden stattfinden.

Mieter der Reinhardswaldschule ist das Amt für Lehrerbildung (AfL). Dies nutzt die Tagungsstätte zur Fortbildung von Pädagogen. Aber auch Studienseminare halten Tagungen ab. Auch an Firmen oder für Familienfeiern werden Räume vermietet. Es gibt Tagungs- und Arbeitsräume für zehn bis 150 Personen und zwei PC-Schulungsräume.

Das Amt für Lehrerbildung bleibe in der Reinhardswaldschule, betont der Ministeriumssprecher. Schließlich habe das AfL beständig Verwaltungsteile und zuletzt sogar die wissenschaftliche Prüfungsstelle aller Lehramtsstudenten an der Universität Kassel dorthin verlegt.

Auf dem idyllisch gelegenen Gelände der Reinhardswaldschule gibt es insgesamt elf Gebäude, die zum Teil unter Denkmalschutz stehen. Schon allein aus diesem Grund sei das Land dazu verpflichtet, die Gebäude zu erhalten, betont Hirt. Und bei jenen Häusern, die man nutzen könne, werde das Land die Sanierung vorantreiben.

Die Informationen aus Wiesbaden hört Bürgermeisterin Anne Werderich gern. Auch ihr waren die Gerüchte um ein mögliches Aus zu Ohren gekommen. Daher hatte sie als Vorsitzende des Fördervereins Reinhardswaldschule zusammen mit ihren Vorstandskollegen, Landrat Uwe Schmidt und Kassels Schuldezernentin Anne Janz, an Kultusministerin Henzler geschrieben, um sich für den Erhalt der Lehrerbildung einzusetzen.

Und „Fuldatal hat ein gesteigertes Interesse daran, dass die Reinhardswaldschule unangetastet bleibt“. Es gehe auch um 50 Arbeitsplätze. Für den Erhalt der Druckerei auf dem Gelände hatte sich Werderich ebenfalls eingesetzt, allerdings vergeblich. Dieser Bereich wird derzeit abgewickelt. Jetzt hofft Werderich, im Mai 60 Jahre Bildungsstätte Reinhardswaldschule angemessen feiern zu können.

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Von Michael Schräer

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