Vellmarer Unternehmen Kemper startete Gesundheitsprojekt – Uni Gießen als wissenschaftlicher Begleiter

Tai-Chi für den Stressabbau

Die Herzfrequenz stimmt: Der Wissenschaftler Dr. Christian Pilat (von links) erklärte Mark Goebel und Melanie Häring von der Firma Kemper, wie kräftig sie in die Pedale treten müssen, damit der Kreislauf optimal gestärkt wird. Fotos: Dilling

Vellmar. Mark Goebel tritt entspannt in die Pedale des Ergometers, die Anstrengung ist ihm kaum anzusehen. Dr. Christian Pilat von der Abteilung Sportmedizin der Universität Gießen ist mit Goebels Herzfrequenz zufrieden, auch die Fettverbrennung stimmt.

Kein Wunder, Goebel der in der Forschungsabteilung der Vellmarer Firma Kemper System arbeitet, läuft in seiner Freizeit Triathlon. Diesen sportlichen Ausgleich brauche er, sagt der Mitarbeiter. Im Labor habe er es mit Chemie zu tun. „Da muss man die Lunge sauber halten.“

Goebel gehörte jetzt zu denjenigen aus der Firma, die sich beim ersten Gesundheitstag von Kemper System unter Anleitung von Sportwissenschaftlern, Physiotherapeuten, Ernährungs- und Gesundheitsexperten informierten, wie fit sie sind und wie sie noch gesünder leben können. Aus den Ergebnissen dieses Tages soll sich ein nachhaltiges Gesundheitsmanagement im Unternehmen entwickeln, das am Standort Obervellmar 130 und in seiner Niederlassung Coesfeld 20 weitere Mitarbeiter zählt.

Daran hat Geschäftsführer Andreas Wiggenhagen ein handfestes Interesse. Viele Mitarbeiter seien schon länger als 30 Jahre im Unternehmen. Man sei hoch spezialisiert und wolle deshalb auch ältere Beschäftigte so lang wie möglich im Betrieb halten, zumal der Arbeitskräftemarkt im Chemiesektor in Nordhessen sehr überschaubar sei. Wer sich professionell um die Gesundheit seiner Beschäftigten kümmert, hat als Unternehmen weniger Ausfalltage durch Krankheit. „Das ist eine Investition in die Zukunft“, sagt Wiggenhagen. Gesundheit von Mitarbeitern habe „mit Verhältnissen und Verhalten“ zu tun. Für angenehme Arbeitsplätze könne die Firma sorgen, für eine gesunde Lebensweise seien die Mitarbeiter selbst verantwortlich. Man werde auch die ganze Familie in das Gesundheitskonzept einbeziehen, erklärt der Geschäftsführer.

Um am Arbeitsplatz fit zu sein, muss man nicht unbedingt Marathon laufen. Wichtig sei das rechte Maß an körperlicher Bewegung, Ernährung und Entspannung, sagt Dr. Pilat. Und dieses sei individuell verschieden. Beim Gesundheitstag kam vor allem die fernöstliche Gesundheitsmeditation Tai-Chi bei den Mitarbeitern gut an. Sie eigne sich besonders gut für Stressabbau, sagt der Kasseler Gesundheitscoach Richard Garland. Das brachte einige Kemper-Mitarbeiter auf die spontane Idee, eine Tai-Chi-Gruppe für die Mittagspause zu gründen.

Von Peter Dilling

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