Rund 1000 Besucher ließen sich im Stiftshof ins Mittelalter zurückversetzen

Tanzende Weiber, singende Mägde in Kaufungen

Wildkräuterweib und Räucherhexe: Anna Hutter (links) und Doris Klein vertrieben beim Mittelalterfest mit geheimen Duftmischungen die bösen Geister im Stiftshof. Fotos:  Dilling

Kaufungen. Die Räucherhexe alias Doris Klein rührt in ihrer Feuerschale betörende Düfte an, drei Damen in wallenden Gewändern tanzen wild zu Dudelsack ähnlichen Klängen und Trommelwirbeln der Gruppe Narrengold.

Ein Bogenschütze schaut grimmig auf die speisenden Edelleute im Stiftshof. Der Dorfschulze alias Bürgermeister Arnim Roß grüßt leutselig sein feierndes Volk und liest ihm vor: So schön ist das Mittelalter, wenn die Kaufunger es in die Gegenwart holen.

Geschätzte 1000 Besucher kamen am Sonntag in den Stiftshof, um sich mittelalterliche Genüsse zu gönnen, alter Musik zu lauschen oder ihre Gewänder zu präsentieren, die sie schon zur 1000-Jahr-Feier Kaufungens vor zwei Jahren genäht hatten. Die Mitglieder des neuen Vereins Cafounga wetteiferten zum 988. Geburtstag der Stiftskirche mit den befreundeten Mittelalter-Fans von der Burg Hanstein in Thüringen, die für ihr eigenes Fest im August Werbung machten.

„Es macht Spaß, sich zu verkleiden. Ich finde mich schön und genieße es“, sagte Heidi Kaufmann, die mit ihrem Mann Wolfgang als adliges Paar in prächtigen Gewändern an den Ständen flanierte. „Anfangs war es ja schleppend, dieses Jahr ist es viel besser“, meinte Wolfgang Kaufmann. Es sei schön, dass sich zum zweiten Mittelalterfest mehrere Vereine, die Kirche und die Gemeinde zusammengetan hätten. Kaufungen habe schließlich eine reiche Geschichte, die lohne es sich auch zu präsentieren, sagte der „Edelmann“.

„Von diesem Fest hat jeder etwas“, erklärte Gundula Raspe. Sie ging zum Stand von Norbert Wicke, um ihren Kindern Lena, Hannah und Emma einen lang gehegten Wusch zu erfüllen, ein eigenes Schwert. Der gelernte Schreiner sägte die Rohlinge aus Holz zu und schnitt Schilde aus. Die Kinder durften sie mit Schleifapier schärfen.

Nachmittags lockte der Chor „Haste Töne“ in die Stiftsscheune zu mittelalterlichen Gesängen. Abends gab es für das Publikum im Stiftshof Feuerspiele zu sehen. Und was wäre ein mittelalterlicher Markt ohne Tombola: Wer ein „Kunigundenkrönchen für einen Euro kaufte, konnte wertvolle Preise ergattern.

Mittelalterfest im Kaufunger Stiftshof

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