Martha und Karl Sirringhaus aus Großenritte feiern heute ihre Diamantene Hochzeit

Sie tanzten bis zum Morgen

Durch dick und dünn seit 1949: Karl und Martha Sirringhaus waren schon fast zwei Jahre ein Paar, als sie heirateten. Foto: Kessler

Baunatal. „An Silvester hat es gefunkt, aber das große Feuerwerk kam erst am nächsten Morgen“, erzählt Martha Sirringhaus (79) lächelnd. Gemeint ist der Ärger mit ihren Eltern, den sich die damals 16-Jährige einhandelte, als sie am Neujahrsmorgen 1950 erst um halb sechs nach Hause kam.

Grund dafür war Karl Sirringhaus. Martha und der vier Jahre ältere Junge, die beide in Großenritte aufgewachsen sind, hatten sich einige Monate zuvor bei einem Tanzabend kennengelernt, in der Silvesternacht wurden sie ein Paar.

Heimweg mit Umweg

„Wir feierten bei Bekannten, dann wollte er mich nach Hause bringen“, fährt sie fort. „Aber aus dem Hessischen Hof kam so schöne Tanzmusik“, fügt Karl an, „da sind wir rein...“ „...und haben getanzt, bis in den Morgen“, beendet Martha den Satz. Für einen Moment huscht ein Lächeln über das Gesicht des Mannes im Sessel, der eher zurückhaltend den Ausführungen seiner Frau lauscht.

Auf die Verlobung an Weihnachten 1951 folgte 1952 die Hochzeit. „Für die Kinder hatten wir unseren Sechsjahresplan“, berichtet Martha Sirringhaus lachend. Tochter Monika kam 1954 auf die Welt, Sohn Frank 1961 und Sohn Uwe 1967. „Als Uwe zehn Jahre alt war, kam schon das erste Enkelkind“, ergänzt sie.

Heute hat das Ehepaar vier Enkel und vier Urenkel. Die Wände in dem gemütlichen Obergeschoss-Wohnzimmer mit Aussicht auf das ursprüngliche Haus der Familie hängen voll von Fotos aus unterschiedlichen Jahrzehnten. „Eine große Familie wollten wir immer haben“, erzählt die agile Dame mit dem weißen Haar. „Wenn es finanziell drin gewesen wäre, hätten wir auch noch ein viertes Kind bekommen.“ „Das kann sich ja heute erst recht keiner mehr leisten“, fügt ihr 83-jähriger Mann hinzu. Bevor er mit 58 Jahren der Gesundheit wegen in Frührente ging, hatte Karl Sirringhaus 26 Jahre lang als Maschinenaufsteller bei VW in Baunatal gearbeitet, davor war er Dachdecker. „Das war schon ein großer Unterschied. Als Dachdecker bekam Karl im Dezember seine Papiere, bei VW Weihnachtsgeld“, erläutert Martha Sirringhaus.

1994 zog die Familie in das vom Sohn neu gebaute Haus, in dem sie heute noch lebt, die Eltern oben, die Kinder unten. „Wir haben immer zusammengehalten“, sagt Martha Sirringhaus zum Schluss, „halt ‘ne ganz normale Familie, wie’s sein soll.“

Von Patrick Kessler

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