Unternehmen schreiben an Verkehrsminister

Firmen-Appell: Autobahnanschluss Kassel-Ost erhalten

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Informiert sich heute vor Ort: Hessens neuer Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne).

Kaufungen/Kassel. In ihrem Einsatz für den Erhalt des Autobahnanschlusses Kassel-Ost erhalten Kaufungen und Kassel nun auch Unterstützung durch die Wirtschaft im Kasseler Osten.

In einem offenen Brief an Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) setzen sich rund 30 Unternehmen - meist mit Sitz in Bettenhausen und Kaufungen-Papierfabrik - dafür ein, Kassel-Ost auch nach dem Bau der Autobahn 44 zu erhalten.

Die aktuelle Planung sieht dagegen einen Wegfall dieser Autobahnanschlussstelle und ihre Verlegung in Richtung Niederkaufungen vor. Kassel-Ost soll den Plänen zufolge zu einem Autobahn-Dreieck umgebaut werden. Die Folge: Um auf die Autobahn zu gelangen, müssten die Lastwagen der Firmen längere Umwege in Kauf nehmen - und zwar über Kassel-Nord oder Kassel-Mitte. Die Unternehmen befürchten dadurch „erhebliche Erschwernisse für die Erreichbarkeit“ ihrer Betriebsareale für Kunden und Lieferanten. Beim Warentransport müssten zusätzliche Wege bewältigt werden.

Außerdem könne dies zu großen Behinderungen auf der Leipziger Straße führen, die dann als alleinige Zubringerstraße der Gewerbegebiete zur Autobahn hohen Verkehrsbelastungen ausgesetzt sei. Die Leipziger wäre gleichzeitig Zu- und Ausfahrtsstraße Kassels für den Last- und Privatverkehr. Die Querung der Straßenbahn würde diese Situation weiter verschärfen.

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Allein durch die Firmen Klöckner Stahl- und Metallhandel, die Hackländer GmbH und Busse Logistik würden jährlich rund 40.000 Lkw-Fahrten ausgelöst. Die Unternehmen bitten Al-Wazir im Vorfeld seines Informationsbesuchs am Freitag in Kaufungen darum, sich aktiv in die Planung der A44 einbringen zu können und bieten dabei ihre konstruktive Mitarbeit an.

Ein weiteres Anliegen: Beim Bau der erforderlichen Brücken im Zuge der A44 müssten die Durchfahrtshöhen für Schwertransporte berücksichtigt werden. Sonst könne der Liefer- und Lastverkehr der Betriebe behindert oder gar unmöglich gemacht werden.

Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören Speditions-Schwergewichte wie Ullrich, Busse, Schenker und Nagel, große Unternehmen der Metallbranche wie Hackländer, Lamparter und Klöckner, Autohäuser wie Glinicke, Eberlein, Damm und Klos, aber auch der Anlagenbauer Ponndorf, Bode-Holzbau, der in Oberkaufungen ansässige Messtechnik-Hersteller Sika und der Bauwerkzeuge-Hersteller Schneegans.

Verkehrsminister Al-Wazir, seit zwei Monaten im Amt, wird sich am Freitag über die Gegebenheiten entlang der möglichen A44-Trasse zwischen Kassel-Ost und Helsa informieren. Gegen Mittag trifft er sich in Niederkaufungen mit Bürgermeistern der Anrainerkommunen und Abgeordneten zu einem nicht öffentlichen, auf drei Stunden angesetzten Meinungsaustausch. Gegenüber der HNA hatte ein Sprecher die Erwartungen vorab gedämpft. Al-Wazir werde weder die aktuellen Planungen vorstellen, noch die von ihm bevorzugte Trasse - der Koalitionsvertrag spricht von der „umweltverträglichsten Variante“ - präsentieren. (tom/ket)

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