Windpark auf dem Rohrberg

Tausende pilgern zum Baustellenfest der Windräder

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Rundgang über die Baustelle: Dieter und Ingrid Botte aus Helsa waren von den Dimensionen der Rotoren, die auf ihren Einbau warten, beeindruckt.

Helsa / Hessisch Lichtenau. Über den Stand der Arbeiten an den Windkraftanlagen auf dem Rohrberg informierten sich viele Besucher bei einem Baustellenfest.

Die fünf neuen Windkraftanlagen der Städtischen Werke Kassel auf dem Rohrberg bei Hessisch Lichtenau werden unter Hochdruck fertiggebaut. Noch dieses Jahr sollen sie in Betrieb gehen. Wie weit die Arbeiten schon fortgeschritten sind, davon überzeugten sich am Sonntag schätzungsweise Tausende Besucher, die mit dem Rad oder zu Fuß zum Baustellenfest im Wald pilgerten oder sich mit kostenlosen Shuttle-Bussen hinaufbringen ließen.

Ein Windrad steht bereits fertig auf dem Berg. Durch seine gewaltige Höhe wirkt der Turm filigran, der das Maschinenhaus, den Generator und die weit ausladenden Flügel trägt. Doch das täuscht: Lars Rotzsche, Fachbereichsleiter Windkraft der Werke, ermunterte eine große Schar von Neugierigen, sich im Innern die Technik erklären zu lassen. In dem großen Rund des Turms kam es dennoch zu keinem Gedränge.

Die Werke wollen aus den Fehlern anderer lernen und die Windkrafttechnik vorantreiben. Das machte Rotzsche bei seiner Führung durch die Anlage deutlich. Man habe sich entschieden, den elektrischen Strom nicht in das viel nähere Netz von Hessisch Lichtenau einzuspeisen, sondern über das Umspannwerk am Michelskopf bis in die Großstadt Kassel zu transportieren, um Verluste zu vermeiden, erläuterte er.

Denn wenn der Wind kräftig blase, könne ein zu kleines Netz keinen Strom mehr aufnehmen. Die Windräder müssten zwangsweise stillstehen. Und drehen sollen sich die Rotoren eigentlich immer, auch bei Sturm. Rotzsche erklärte, dass sie mit dem Maschinenhaus am sogenannten Königszapfen - am oberen Ende des Turms - flexibel aufgehängt sind und bis zu eineinhalb Meter hin- und herschwingen können.

Wie laut sind die Windräder, bläst der Wind überhaupt häufig genug? Rotzsche bekam auch kritische Fragen aus der Reihe der Besucher zu hören. Die Anlage verursache in einem Kilometer Entfernung nur noch eine Lautstärke von 37 Dezibel, sagte er. „Da ist manchmal das Rauschen des Windes lauter.“ Die Windstärken habe man ganz konservativ vorausberechnet. Tatsächlich könnten sie in der Realität sogar besser sein, wie das Beispiel der Windkraftanlage der Werke am Warpel in der Söhre zeige.

Windkraftanlagen-Baustellenfest am Rohrberg

Die schärfsten Kritiker der Windkraft-Projekte der Werke meldeten sich nur dezent zu Wort: In den Shuttle-Bussen fanden Fahrgäste Flyer der Bürgerinitiative „Pro Hirschberg - Kaufunger Wald“ auf ihren Sitzen, Autofahrer an ihrer Windschutzscheibe. Dieter Botte aus Helsa gehörte zu den Besuchern, die sich mit dem Eingriff ins Landschaftsbild abgefunden haben. „Ich bin dafür. Es bleibt uns nichts anderes übrig.“ Ähnlicher Ansicht ist Günter Ullrich aus Hessisch Lichtenau. „Lieber das als die Kohlenschlote. Man muss Kompromisse machen“, sagte er.

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