Landkreis sagt: Zu geringes Verkehrsaufkommen

Tauziehen um Ampel in Eiterhagen geht weiter

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Sorgt für Diskussion: Es herrscht Uneinigkeit darüber, ob an dieser Kreuzung in Eiterhagen eine Ampel errichtet werden soll. Der Landkreis sieht keinen Bedarf, die Söhrewalder UNS-Fraktion schon.

Söhrewald. Das Tauziehen um eine mögliche Verkehrsberuhigung im Kreuzungsbereich der Landesstraßen 3236 und 3228 sowie der Forststraße in Eiterhagen geht weiter.

Nachdem der Landkreis im Januar die Forderung der Gemeinde nach einer Fußgängerampel wegen zu geringen Verkehrsaufkommens abgelehnt hatte, hat die UNS-Fraktion im Gemeindeparlament während der jüngsten Sitzung einen neuen Vorstoß unternommen. Sie fordert nun die Einrichtung einer sogenannten „schlafenden Ampel“ oder einer Tempo-30-Zone im Kreuzungsbereich. Begründung: Die von Hessen Mobil im letzten Jahr erhobenen Verkehrszahlen seien nicht korrekt, außerdem plane ja die Straßenverkehrsbehörde demnächst ohnehin die Sanierung dieser Kreuzung. Da halte sich der Aufwand für die Ampel in Grenzen.

Jörg Braunisch

Die offizielle bundesweite Verkehrsmengenerhebung von 2015 komme zu deutlich höheren Zahlen über das Verkehrsaufkommen als die von Hessen Mobil vorgenommene „stichprobenartige“ Zählung, sagte Jörg Braunisch von der UNS-Fraktion. Diese „spiegelt nicht das reale Verkehrsaufkommen wieder“, erklärte er. Außerdem sei bei der Ablehnung der Ampel nicht der LKW-Verkehr vom und zum Basaltwerk berücksichtigt worden, der in der Zeit, in der Schulkinder in Eiterhagen unterwegs sind, besonders stark sei. Schließlich sei nach dem Fertigbau der A44 auch mit verstärktem Ausweichverkehr zur A7 zu rechnen.

In den Ausschuss gegeben

Reiner Brandau

Mit den von der UNS-Fraktion recherchierten Zahlen und deren Information bezüglich eines angeblich bald geplanten Umbaus der Kreuzung durch Hessen-Mobil wird sich nun der Haupt- und Finanzausschuss befassen. Dies wurde allein mit den Stimmen der UNS beschlossen, da sich die SPD mehrheitlich der Stimme enthielt. „Das kommt alles ein bisschen spät“, kritisierte deren Fraktionsmitglied Reiner Brandau den UNS-Antrag. Schließlich bemühe sich der Bürgermeister gerade darum, für mehr Sicherheit auf der Kreuzung zu sorgen.

Brandau meinte damit offensichtlich das Vorhaben, die Bordsteine der Fußwege im Kreuzungsbereich abzusenken, damit Gehbehinderte und Passanten schneller über die Kreuzung gelangen können. Diese Arbeiten sollten eigentlich schon beginnen. Laut Bürgermeister Michael Steisel (SPD) verschieben sie sich nun auf Ende Mai, weil Hessen Mobil die Aufstellung einer Baustellen-Ampel mit aufwändiger Schaltung verlangt habe. Diese verteuert das Projekt laut Steisel um etwa 7000 Euro.

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