Michael Horst von der Firma Miho warb bei Schülern für Naturwissenschaften

Anschaulich: Miho-Geschäftsführer Michael Horst (vorn von links) beschreibt den Schülern Fatiema Sultani, Jessica Flohr, Carolin Hartwig, Leonie Honegger, dahinter von links Alexander Sommer, Maron Reinbold und Florian Hartwig die Funktion der Maschine zur Flaschenkontrolle in Abfüllanlagen. Fotos: Schräer

Ahnatal. Zwei Botschaften hatte Michael Horst gleich zu Beginn für die Neuntklässler der Ahnatalschule Vellmar. „Technik und Naturwissenschaften machen Spaß.“ Und: „Es gibt interessante Berufe, die viele Menschen gar nicht kennen.“

Der Geschäftsführer der Ahnataler Firma Miho stellte den Schülern das Unternehmen vor, das Inspektionssysteme entwickelt und herstellt, die weltweit von Getränke-Abfüllern genutzt werden. Die 19 Jugendlichen waren im Rahmen des Fachs Arbeitslehre und zur Berufsorientierung gekommen. Einige werden im Sommer mit einem Hauptschulabschluss die Schule verlassen.

Mit einfachen Beispielen und klaren Worten gab der Firmenchef einen Einblick in die „Micro-Firma“, wie er sie nannte. Die „spannende Sachen“ mache und jedes Jahr ein bis zwei Schüler ausbilde. Zwei Mineralwasserkisten – eine leer, die andere voll – dienten ihm zu verdeutlichen, welche Arbeitsprozesse in einer Abfüllanlage anfallen. Säubern, Etikett entfernen, füllen, kontrollieren, verschließen, Etikett draufkleben, in Kiste verpacken – all dies von Hand zu machen, würde pro Flasche zehn Minuten dauern. Und führe allein durch die Lohnkosten zu einem Preis pro Flasche von 5 Euro, pro Kiste mit zwölf Glasflaschen von 60 Euro.

Blick auf den Flaschenboden: Laura Scaglione versucht, einen Schnipsel Cellophan auszumachen, der mit bloßem Auge kaum zu sehen ist, von der Miho-Kontrollmaschine aber entdeckt wird.

„Das könnte sich kaum jemand leisten. Um es günstiger zu machen, wurden Maschinen entwickelt.“ Diese füllten 60.00 Flaschen pro Stunde. Bei den erforderlichen Kontrollen komme die Firma Miho ins Spiel. Zum Beispiel mit der Maschine namens David, die Fertigungsleiter Günter Sauerbier den Schülern vorführte.

David ist für die Inspektion leerer, gereinigter Flaschen zuständig. Die Maschine erkennt bei 15 Flaschen pro Sekunde per Kamera und Bildbewertungsprogramm, ob das Glas beschädigt oder noch verschmutzt ist. Ob die Flasche noch Restlauge enthält oder ein Cellophan-Schnipsel im Innern ist.

Optisch-physikalischer Trick

Lauge werde elektrisch per Kondensator ermittelt, sagt der studierte E-Techniker Michael Horst. Das mit dem bloßen Auge kaum zu sehende Cellophan von Zigarettenpackungen werde durch einen optisch-physikalischen Trick sichtbar gemacht. „Das ist gehobene Physik. Das Prinzip müsst ihr nicht verstehen, aber ihr seht, dass es funktioniert“, betonte der Geschäftsführer.

Kurzclip

Michael Horst, Geschäftsführer der Firma Miho Inspektionssysteme aus Ahnatal, appelliert an Schüler, Naturwissenschaften zu erlernen.

Und genau das wollte er den Schülern auch vermitteln, „dass es für jedes Problem eine Lösung gibt“, wenn man Lust daran hat, zu forschen und zu entwickeln. Denn ein wenig Spaß sollte der gewählte Beruf machen, „in dem man 30 bis 35 Jahre arbeitet“. Und dann hatte Michael Horst noch einen Tipp für die „ungeschliffenen Rohdiamanten“, wie er die Jugendlichen nannte: „Lernt. Ich weiß, das sagen eure Eltern auch.“ 

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