Herwig-Blankertz-Schüler bauten zwei Motorradhebebühnen für Sierra Leone

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Es ist vollbracht: Einige Projektteilnehmer sowie Lehrer der Herwig-Blankertz-Schule und des Vereins „Mütter helfen Müttern“ bei der Präsentation der Motorradhebebühnen in der Werkstatt der HBS Wolfhagen.

Wolfhagen / Baunatal. Was haben eine Frauen-Initiative, eine Klasse männlicher Berufsschüler aus Wolfhagen und der krisengebeutelte afrikanische Staat Sierra Leone miteinander zu tun?

Diese Frage wurde in der Herwig-Blankertz-Schule (HBS) beantwortet, als die Klasse der Metalltechniker mit zwei Hebebühnen für Motorräder das Ergebnis ihrer Projektarbeit präsentierten. An der Blankertz-Schule werden auch 500 Auszubildende von VW in Baunatal unterrichtet.

Wesentlichen Anteil am Gelingen des Projekts hatte die Initiative „Mütter helfen Müttern“ des Christlichen Lebenskreises. Ein Team um die Mitarbeiterinnen Hannelore Lehmann und Elke Lippe besuchte die Blankertz-Schüler in der Wolfhager Pommern-Anlage und bestaunte die modernen Bühnen, die von den 23 jungen Männern gebaut wurden. Entstanden war der Kontakt zu HBS-Lehrer Jörg Erbbrecht im Jahre 2011.

Seinerzeit setzte eine andere Klasse der HBS Nähmaschinen instand, die von der Initiative gesammelt wurden. Auch diese gingen auf Reisen und landeten schließlich in Sierra Leone.

Bei der Partnerschule der HBS in Tombo leisten die Maschinen seitdem gute Dienste und tragen dazu bei, dass junge Menschen durch eine Ausbildung im Bereich Nähen und Schneidern eine Zukunftsperspektive erhalten. Naheliegend, dass Lehmann bei der jüngsten Idee, den Menschen in Sierra Leone zwei Hebebühnen für Motorräder zur Verfügung zu stellen, auf die HBS zuging.

Hauptsächlich Zweiräder

Mopeds und Motorräder sind das Hauptverkehrsmittel im afrikanischen Staat, die Möglichkeiten der Reparatur und Wartung allerdings überaus primitiv. So entstand die Idee, die Motorradbühnen herzustellen.

Gut ein dreiviertel Jahr planten, schweißten und tüftelten die 23 Berufsschüler um die Lehrer Sandra Richter, Michael Schumacher und Jörg Erbbrecht, bis die Bühnen schließlich fertig waren. Um ihre Arbeit quasi bis zur letzten Station in Deutschland zu begleiten, werden die Schüler bei der Beladung der Container vor der Verschiffung selbst mit Hand anlegen.

Neben der Hilfe für die Partnerschule in Afrika hätten die Schüler auch viel über Afrika und Sierra Leone gelernt, welches immer noch unter den Folgen eines jahrelangen Bürgerkrieges leidet.

Einige Schüler hätten sogar eigens Nachhilfe genommen, um die Versetzung zu schaffen und nichts vom schuljahrübergreifenden Projekt zu verpassen, sagt Jörg Erbbrecht. Elke Lippe von der Fraueninitiative sagte, sie sei gerührt gewesen, mit wie viel Herzblut und Motivation die jungen Männer das Hilfsprojekt umgesetzt hätten.

Von Nicolai Ulbrich

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