Dachdecker Rudolph will Entschädigung

Richtige Nummer, falscher Anschluss: Kunde verärgert über Vodafone

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Auf Festnetz zwei Wochen nicht erreichbar: Inzwischen bekommt Rainer Rudolph (Bild) in seinem Büro wieder Anrufe.

Schauenburg. Zwei Wochen lang ist das Telefon im Dachdecker-Büro der Breitenbacher Firma Rudolph wegen eines skurillen Fehlers des Anbieters Vodafone tot geblieben. Jetzt will er Entschädigung.

Die Nummer des Schauenburger Handwerkbetriebs wurde versehentlich von einem Sachbearbeiter an eine Neukundin von Vodafone in Elgershausen vergeben und die Verbindung zu Rudolph gekappt. Jetzt funktioniert alles wieder, doch für den Dachdeckermeister ist der Fall damit noch nicht ausgestanden. Er fordert eine Entschädigung von dem Telefonanbieter.

Diesen Tag wird Dachdecker Rainer Rudolph so schnell nicht vergessen. Als er am Montag, 13. Mai, in das Büro des traditionsreichen Familienbetriebs in Schauenburg kam, fiel ihm nach kurzer Zeit die ungewohnte Stille auf: Das Firmentelefon blieb den ganzen Tag über beharrlich stumm. „Dabei habe ich auf eine wichtige Auftragsbestätigung gewartet“, sagte der 42-Jährige.

Am nächsten Tag blieb das Telefon erneut tot. „Das ist aber komisch“, dachte sich Rudolph und rief bei Vodafone an. Dort habe man ihm aber nicht sagen können, warum keine Anrufe durchgestellt wurden.

Der Dachdecker kam dann auf die Idee, seine eigene Nummer anzurufen. Und hatte plötzlich eine Frau aus Elgershausen am Telefon, die ihm erzählte, sie erhalte öfter Anrufe von Leuten, die einen Dachdecker bräuchten.

Rudolph wandte sich erneut an Vodafone und erfuhr dort, dass die Beseitigung des Fehlers wochenlang dauern könne. Ein Sachbearbeiter habe dann eine Rufumleitung auf sein Mobiltelefon geschaltet, das habe einige Tage funktioniert, erzählt der Dachdecker. Allerdings habe er auf diese Weise nicht nur Kundenanrufe erhalten, sondern auch Anrufer der Neukundin von Vodafone am Telefon gehabt.

Nach zwei Wochen funktionierte das Bürotelefon wieder. Doch für den Dachdecker ist der Fall damit nicht erledigt. Er will eine Entschädigung von Vodafone. Denn er schätzt, dass ihm Aufträge entgangen sind, weil er nicht erreichbar war.

Außerdem habe er eine Reihe von Service-Verträgen, unter anderem mit dem Landkreis Kassel. Da könne es gut sein, dass er noch mit Forderungen seiner Partner konfrontiert werde, weil er für dringende Reparaturen nicht erreichbar gewesen sei.

„Wenn eine Firma telefonisch nicht erreichbar ist, kann das existenzbedrohend werden“,  sagt Rudolphs Anwalt Hermes Piper aus Kassel. Allerdings sei es schwierig, hier die Höhe des Schadens zu ermitteln. Es könne ratsam sein, sich außergerichtlich zu einigen.

Auf Anfrage der HNA bestätigte Vodafone weitgehend die Schilderung Rudolphs und signalisierte Entgegenkommen. Rudolph sei Opfer einer „manuell fehlerhaften Eingabe“, geworden, sagte Pressesprecher Bernd Hoffmann. „Wir gehen jetzt auf den Kunden zu“, erklärte der Sprecher. Möglich sei eine Gutschrift auf dessen Basispreis.

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