Anbieterwechsel: Bei Ehepaar streikt das Telefon seit Wochen

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Ärger mit dem Festnetzanschluss: Ralf und Astrid Schlecker sind nach einem Anbieterwechsel von der Telekom zu Vodafone nur noch eingeschränkt erreichbar, und auch der Internetanschluss funktioniert nicht richtig.

Espenau. Eigentlich sollte alles besser werden. Dann aber war für die Espenauer Ralf und Astrid Schlecker das Gegenteil der Fall. Seit Ende Mai funktionieren ihr Festnetzanschluss und die Internetverbindung nur eingeschränkt.

Anrufer erhielten zwar ein Freizeichen, „bei uns klingelt es aber nicht“, sagt das Ehepaar. Daher wissen sie auch nicht, wer versucht hat, sie zu erreichen.

Auf schnelleres Internet hatte das Ehepaar gehofft, als es im November 2011 eine Informationsveranstaltung der Kasseler Firma Netcom besuchte, an der die Städtischen Werke beteiligt sind. Schleckers schlossen einen Vertrag ab und wunderten sich, dass sie jetzt Kunden von Vodafone waren, dem Mehrheitseigener von Netcom.

Man versprach ihnen einen DSL-Anschluss. Und dass ein Anbieterwechsel von der Telekom zu Vodafone kein Problem sei, sie sich um nichts kümmern müssten.

Anfang Januar kam eine Kündigungsbestätigung seitens der Telekom, sagt Astrid Schlecker. Es folgten zwei Schreiben von Vodafone, in denen der neue Anschluss zunächst für den 18. Januar, dann für den 23. Mai angekündigt wurde.

Ein Jahr vor diesem Termin hatte die Telekom übrigens wegen schlechter Internetverbindung den Preis um fünf Euro reduziert. Damit sei für sie als jahrelange Kunden möglicherweise ein neuer Vertrag entstanden, vermutet Ralf Schlecker. Darüber hatte er aber Vodafone informiert.

Am 23. Mai habe die Telekom das Telefon abgeschaltet. Der 51-jährige Orchestermusiker versuchte, die neue Easy-Box von Vodafone anzuschließen. In der Folge gab es aber besagte Probleme mit dem Festnetzanschluss, und auch das schnelle Internet habe nicht richtig funktioniert.

In den folgenden Wochen rief Betriebswirtin Astrid Schlecker immer wieder bei ihrem neuen Anbieter an. Es habe die unterschiedlichsten Erklärungen gegeben, warum etwas nicht funktioniere, sagt die 43-Jährige. Mal hieß es, die kaufmännische Abwicklung sei noch nicht abgeschlossen, „und da wir nur Privatpersonen seien, könne das noch ein paar Tage dauern“.

Es wurden Portierungsprobleme angeführt, eine falsche Tastenkombination in ihrem Computer oder es hieß, man habe aus Versehen das falsche Verbindungsformat für das Internet eingespeist. Schließlich kam ein Techniker von Vodafone nach Hohenkirchen und stellte ein Computerproblem bei Schleckers fest. Dem Paar hilft ein befreundeter Experte. Seitem kommt man mit dem Computer per Kabel ins Internet, nicht aber kabellos per Laptop.

Mitte Juni die Mitteilung von Vodafone, es gebe den neuen Anschluss erst ab Mai 2013. Die Telekom weigere sich, die Leitung freizuschalten. Astrid Schlecker: „Vodafone hat angeblich die Eskalationsabteilung eingeschaltet.“

Das sagen die Telefonanbieter

„Es tut uns leid, dass es bei der Familie Schlecker mit dem Anschluss nicht so reibungslos geklappt hat“, sagt Bernd Hoffmann, Pressesprecher von Vodafone Deutschland. Es habe eine klare Auftragsanfrage gegeben, eine Auftragsbestätigung sei erfolgt. Es habe sich um einen normalen Prozess des Anbieterwechsels gehandelt, daher seien für die Vodafone-Mitarbeiter, mit denen Schleckers telefonierten, auch keine Fehler erkennbar gewesen oder wo es hakte. „Wir sind mit den Kunden in Kontakt und versuchen, die Verbindungsnummer vorzeitig zu erhalten“, betont der Vodafone-Sprecher.

Die Familie Schlecker habe einen Produktwechsel im Mai 2011 vollzogen. Dieser Vertrag habe eine Mindestlaufzeit bis Mai 2013, sagt Georg-Stephen McKinney, Pressesprecher der Telekom. „Verträge gelten für alle. Wir sind aber ein kulantes Unternehmen.“ Daher mache die Telekom im Fall Schlecker einen vorzeitigen Wechsel möglich. McKinney: „Ab Freitag, 29. Juni, wird der Kunde von Vodafone übernommen.“ (mic)

Von Michael Schräer

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