Offenbar Systemfehler

Telekom berechnete Baunatalerin eine Sprachbox, die sie nicht wollte

+
Ärger mit der Telekom: Margot Böttcher hat einen im Telefon integrierten Anrufbeantworter. Eine Sprachbox braucht sie nicht.

Baunatal. 1,76 Euro sind eigentlich ein Bagatellbetrag. Doch er kann eine Menge Ärger bereiten, wenn er jeden Monat berechnet wird. Davon kann Margot Böttcher aus Großenritte ein Lied singen.

Rund fünf Monate lag sie im Clinch mit der Deutschen Telekom. Die hatte ihr plötzlich eine Sprachbox eingerichtet und berechnet, von der Böttcher nichts wusste und die sie auch nicht brauchte. Das sei ein „Systemfehler“ gewesen, heißt es bei der Telekom. Die Gesellschaft hat schnell reagiert, nachdem sich die HNA eingeschaltet hatte: Als Entschuldigung werde man der Großenritterin ein Präsent zuschicken. Die Überzahlung habe man erstattet.

Das Happy End hatte jedoch ein längeres Tauziehen um die 1,76 Euro als Vorgeschichte. Es begann im Oktober 2013, als Böttcher auf ihrer Telekom-Rechnung erstaunt eine neue Position entdeckte, eine „Sprachbox Standard“ zum monatlichen Nettopreis von 1,76 Euro. Eine Sprachbox erspart Telekomkunden den Anrufbeantworter am Telefongerät. Doch die gelernte Buchhalterin brauchte diesen zusätzlichen Ansageservice gar nicht. Sie hat einen Anrufbeantworter.

Böttcher beschwerte sich telefonisch und schien damit Erfolg zu haben: Ihr wurden zwei Monatsentgelte für die Sprachbox erstattet. Doch im neuen Jahr ging der Ärger erneut los. Wieder fand sie die zusätzlichen 1,76 Euro auf ihrer Rechnung. „Das war eine Unverschämtheit“, sagt die Großenritterin. Danach habe sie mehrfach die Hotline der Telekom angerufen und lange in der Warteschleife gehangen, berichtet Böttcher weiter. Zuletzt habe man ihr versprochen, die Stornierung des Ansagedienstes schriftlich zu bestätigen.

Doch es kam kein Brief. Böttcher schrieb dann an den Telekom-Vorstand und wandte sich schließlich an die HNA, weil sie nicht weiterwusste. Der einzelne Betrag sei ihr nicht so wichtig, sagt sie. Es gehe ihr um andere Telekomkunden, die vielleicht auch plötzlich eine Sprachbox auf ihrer Rechnung hätten, dies aber übersehen hätten. Die Telekom beantwortet die Frage, ob weitere ihrer Kunden von dem „Systemfehler“ betroffen seien, nicht. Die Sprachbox sei für Margot Böttcher eigentlich kostenfrei. Bei der Behebung des Fehlers habe man versehentlich eine weitere Box für eine andere Rufnummer der Großenritterin aktiviert. Inzwischen habe man die Sprachbox Böttchers abgeschaltet.

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.