In Kirchbauna sind etliche Anwohner über Bauarbeiten des Kommunikationsunternehmens verärgert

Bauarbeiten: Telekom legte Anschlüsse lahm

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Ärgert sich über die Baustelle: Anwohnerin Linda Kessler.

Baunatal. In Kirchbauna sorgt eine Baustelle unter Anwohnern für Unmut. Seit fast zwei Monaten klafft vor der Hermann-Schafft-Straße 30 ein großes Loch im Boden. Die Abgrenzung engt die Fahrbahn ein, sodass sich der Verkehr regelmäßig staut, der Bürgersteig ist nicht mehr begehbar.

Vergangene Woche legten die Bauarbeiten außerdem entlang der Straße die Telefonleitungen für zwei Tage lahm. Gebaut wird laut Stadtsprecher Roger Lutzi eine Montagegrube für die Telekom, eine Firma aus Borken führt die Arbeiten aus.

„Unvollständig im Bilde“

Die Telekom sei anscheinend über die Arbeiten vor Ort nur unvollständig im Bilde, glaubt Linda Kessler, sie wohnt direkt gegenüber der Baustelle. Als Mittwoch vergangener Woche ihre Leitung plötzlich tot war, bat sie ihren Mann, die Störungsstelle anzurufen. „Es könnten bis zu 200 Haushalte betroffen sein, hieß es dort. Bis spätestens Donnerstag um 16 Uhr sollte aber alles in Ordnung gebracht werden“, erinnert sich Linda Kessler.

Doch nichts geschah. Am Freitag hakten Kesslers bei der Telekom nach und wurden auf den kommenden Montag vertröstet. Wenige Stunden später tauchte schließlich doch eine Firma auf und reparierte die Leitung. „Am Montag rief dann jemand von der Telekom an und war überrascht, dass der Schaden schon behoben war. Da weiß anscheinend eine Hand nicht, was die andere tut“, wundert sich Kessler.

George-Steven McKinney, Sprecher der Telekom, konnte für das Hin und Her bei der Störungsstelle keine Erklärung geben: „Wir bearbeiten pro Woche drei Millionen Anrufe dieser Art. Da kann ich nicht zu jedem Fall eine Historie liefern.“ Es handele sich außerdem um Straßenbauarbeiten, für die die Telekom nicht verantwortlich sei, behauptete McKinney gegenüber der HNA. Roger Lutzi bestätigt hingegen, die Telekom gehe in den Unterlagen zur Genehmigung der Baustelle als Auftraggeber hervor.

Anwohnerin Gerda Hartwig stört an der Baustelle vor allem, dass sie den Bürgersteig schon so lange versperrt. Gerade für ältere Menschen sei es unangenehm, nun über die Straße laufen zu müssen. „Und seit Wochen passiert auf der Baustelle nichts mehr“, beschwert sich die Baunatalerin.

„Arbeiten liegen meist brach“

Evelin Kessler wohnt gegenüber von Linda Kessler in der Hermann-Schafft-Straße 30, das Bauloch befindet sich direkt vor ihrem Haus. Auch sie hat beobachtet, dass die Baustelle die meiste Zeit brachliegt und dort nicht weitergearbeitet wird. Am vergangenen Mittwoch hat sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einen Arbeiter in der Grube gesehen, kurz bevor die Leitungen schwiegen.

Etwas anderes ärgert sie aber noch mehr: Der Schutt der Baustelle wurde einfach in ihrem Vorgarten aufgehäuft und begräbt dort die ersten Frühlingsblumen.

Von Irene Habich

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