Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt Porzellan mit Motiven in Schwarz-Weiß

Teller erinnert an Scherenschnitte

Museumsstück: Drei Kutschgespanne zieren diesen Porzellanteller. Foto:  Wienecke

Lohfelden. Wird Porzellan mit schwarzer Tusche bemalt oder bedruckt, erinnern die Motive darauf an feine Scherenschnitte. Der Teller mit Goldrand, der im Hessischen Kutschen- und Wagenmuseum in Lohfelden zu sehen ist, ist ein Beispiel dafür.

Scherenschnitte werden meist aus schwarzem Papier hergestellt, das mit hellem Hintergrund unterlegt wird. Das kunsthandwerkliche Herstellungsverfahren wird wie die fertige Arbeit selbst als Psaligrafie bezeichnet. Dabei wird Papier oder ein anderes flaches Material mit einer Schere oder einem feinen Messer so bearbeitet, dass Szenen entstehen. Der Scherenschnitt stammt ursprünglich aus China und zählt dort zu den ältesten Volkskünsten.

In der Goethezeit von 1770 bis 1830, benannt nach der Schaffenszeit des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749 bis 1832), waren Schattenrisse, die Silhouetten von bekannten Persönlichkeiten zeigten, beliebt. Der Begriff für die Schattenrisse geht auf Étienne de Silhouette (1709 bis 1767) zurück. Als französischer Finanzminister machte er sich bei den Adeligen unbeliebt, da er erstmals Steuern von ihnen verlangte. Nach seiner Entlassung führte er nur noch eine Art Schattendasein. Ferner soll er sein Haus nicht mit Gemälden, sondern mit den erschwinglicheren Schattenrissen ausgestattet haben. Scherenschnitte und Schattenrisse gelten heute als geschätzte Kunstwerke. Der 1995 gegründete Deutsche Scherenschnittverein widmet sich der Pflege dieser Kunstform und der Archivierung von Künstlerbiografien und Werkbeispielen.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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