Mit Tempo auf den Zollstock im Kaufunger Wald

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Mit kräftigem Antritt den Zollstock hinauf: Harald Krug (rechts) hat einen guten Start erwischt. Lothar Ziegler von Victoria Bettenhausen (in blauer Jacke) nimmt die Zeiten der Fahrer, die im 30-Sekunden-Takt auf die Strecke gingen. Dilling

Kaufungen/Nieste. Moritz Pembaur aus Eschwege und Adam Biwald aus Waldkappel gehören zu den Ersten, die sich an diesem kühlen Sonntagmorgen am Parkplatz Wolfsberg eine Startnummer holen. Danach ist bis zum Beginn des Rennens auf den Zollstock noch Zeit, sich warmzufahren.

„Das gibt einen schönen Trainingslauf für uns. Es geht ja nur leicht bergauf“, sagt Pembaur. Er und sein Partner Adam Biwald aus Waldkappel sind Heftigeres gewohnt als die knapp sechs Kilometer hinauf zum Zollstock, wo im Ziel deutsch-italienische Backfantasien aus Niestetal, eine strahlende Sonne und klatschende Zuschauer warten. Demnächst wollen die beiden Mountainbiker in die polnischen Beskiden. Da warten Rennstrecken von über 100 Kilometern im Gebirge auf sie.

Zu den sportlich ganz Ehrgeizigen bei diesem zweiten Zollstockrennen, das der Kasseler Radsport-Enthusiast Helmut Mauer initiiert hat, gehört auch Elena Plantera. Die 50-Jährige aus Sandershausen läuft den Anstieg zum Zollstock unter den Anfeuerungsrufen ihres Mannes René hinauf. Auch für sie ist das Training. Nächstes Jahr wolle sie von Göttingen aus zum Brocken und zurück rennen, erzählt die sehr erfahrene Duathletin.

Moritz Pembaur (links) und Adam Biwald fahren sonst längere Strecken.

Nicht alle des wohl über 80 Teilnehmer starken Starterfeldes sind so ambitioniert. „Viele starten bei uns nur aus Spaß an der Freude“, sagt Lothar Ziegler, Mitglied des Orga-Teams und Radsportler des VfB Victoria Bettenhausen. Andreas Friedrich aus Kaufungen gehört zu den wenigen, die bei dem Rennen auf einen Elektromotor zur Tretunterstützung setzen. „Man wird da von den anderen belächelt. Aber das macht mir nichts aus“, sagt der 54-Jährige und fügt hinzu: „Man genießt mehr die Natur, wenn man sich auf dem Rad nicht so abquält.“ Er unternehme mit seinem E-Bike gern ausgedehnte Streifzüge durch den Kaufunger Wald und zum Bilstein. Auch dem Mit-Schirmherrn des Rennens, dem ehemaligen Vize-Regierungspräsident Hans-Peter Conrad, geht es nur ums Mitmachen. Er hat sich mit einem normalen Tourenrad von Kassel aus auf den Weg zum Zollstock gemacht.

Für Sarah Knoke (20) aus Sandershausen steht der Genuss an der Bewegung in freier Natur ganz im Vordergrund. Die Auszubildende geht wie eine weitere junge Frau mit einem Einrad an den Start, ohne Gangschaltung, aber mit viel Gefühl für Gleichgewicht. „Ich werde bei solchen Rennen oft angesprochen“, erzählt sie. (pdi)

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