DSL für zwei Stadtteile: Stadt ist noch auf der Suche nach dem geeigneten Anbieter

Mit Tempo wird es teurer

Dirk Dahlhaus

Baunatal. Die Fahrt auf der Datenautobahn Richtung schneller DSL-Versorgung in den Baunataler Stadtteilen Hertingshausen und Guntershausen ist ins Stocken geraten. Das Rathaus ist gemeinsam mit den Bürgern immer noch auf der Suche nach dem geeigneten Anbieter, um Firmen und Haushalten schnelleren Zugang ins Internet zu ermöglichen.

Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz berichtete dem Stadtparlament jetzt von den unterschiedlichen Varianten, die vier Anbieter von Telekommunikation auf den Tisch gelegt haben. Diese sollen Übertragungsgeschwindigkeiten von 2 bis 16 Mbit/s ermöglichen.

Von 12 bis 49 Euro

Die präsentierte Technik für DSL reicht von der Kabelübertragung bis zur Richtfunklösung. Mit im Paket sind jeweils die Kosten für den Kunden. Mit höherer Geschwindigkeit wird es teurer: Das Modell mit einer Geschwindigkeit von 2 Mbit/s soll laut Engler-Kurz 12 Euro im Monat kosten, das mit 16 Mbit/s ist für monatlich 49 Euro zu haben. Hinzu käme immer ein einmaliger Betrag für den Anschluss.

Wie schwierig es ist, den richtigen Weg für die DSL-Versorgung im ländlichen Raum einzuschlagen, erläutert Prof. Dirk Dahlhaus, Leiter des Fachbereichs Nachrichtentechnik der Universität Kassel, auf Anfrage. Der ausschlaggebende Faktor sei das Anforderungsprofil. Jemand, der Spiele auf dem Computer spielen wolle, habe andere Wünsche an die Datenübermittlung als eine Bank oder eine Versicherung. Maßgebend für die Entscheidung des Kunden ist laut Dahlhaus auch der Faktor der Gebühren. „Es ist immer auch eine Kosten-Nutzen-Analyse.“

Vor diesem Hintergrund lässt sich nur schwer bestimmen, welche Datenübertragung heute Standard ist. Dahlhaus: „Vor einigen Jahren galt 1 Mbit/s noch als untere Schranke.“ Das sei heute nicht mehr so, sagt der Experte. Ein bis zwei Mbit/s brauche man beispielsweise schon, um ein Video zu sehen. Die Tendenz gehe aber bereits dazu vier bis sechs Mbit/s zur Verfügung zu haben. „Eine große Bank braucht Hunderte Mbit/s.“

Die Stadt Baunatal will sich jedenfalls finanziell an der technischen Umsetzung beteiligen. 76 000 Euro hat das Parlament im aktuellen Haushalt dafür bereitgestellt.

Sollte sich die Stadt für eine DSL-Versorgung per Kabel entscheiden, würde das die Kommune laut Engler-Kurz allerdings zwischen 90 000 bis 256 000 Euro kosten. Die Lösung per Richtfunk sei für 55 000 bis 85 000 Euro zu haben.

Genügend Kunden?

Der gute Wille des Rathauses reicht dann immer noch nicht aus. Einige Anbieter stellen laut Vizebürgermeisterin zusätzliche Bedingungen: Sie stellen die Technik nur bereit, wenn sich in dem Stadtteil genügend Kunden finden.

Das Rathaus will deshalb schnell Infoveranstaltungen zu DSL in Guntershausen und Hertingshausen organisieren. Am 23. Mai will Engler-Kurz den Stadtverordneten die Ergebnisse in einem Bericht präsentieren. Die Parlamentarier sollen sich dann für eine Variante entscheiden. Foto: privat/nh

Von Sven Kühling

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