Firma Miho aus Heckershausen baut Kleinserie für Abfüllanlagen einer Brauereigruppe in Mexiko

Testgerät spürt Laugenreste auf

Montieren das Kontrollgerät: Produktionsleiter Patrick Freudenstein mit den beiden Platten des Kondensators in den Händen und Mitarbeiterin Catrin Virnau-Hauffe sind für die Kleinserie verantwortlich, die an einen Brauereikonzern in Mexiko geht. Fotos: Schräer

Ahnatal. Ein kleines Gerät mit großem Erfolg. So kann man die Entwicklung von Michael Horst, Chef der Firma Miho in Ahnatal, zu Recht bezeichnen. Miho LC Restlaugenkontrolle, innerhalb der Firma nur Lauge genannt, legte vor 35 Jahren den Grundstein zur Firmengeschichte. Es eroberte die Welt, zumindest Abfüllanlagen auf vier Kontinenten rund um den Globus.

Es wurde über 2000-mal gebaut und wird – hier schließt sich der Kreis vorerst – immer noch geordert. Zuletzt von Cuauhtemoc Moctezuma, der zweitgrößten Brauereigruppe in Mexiko, die unter anderem 24 Geräte vom Typ Lauge bestellte, Stückpreis 2700 Euro.

Eine Kleinserie von Einzelanfertigungen, die jetzt in Handarbeit am Firmensitz in Heckershausen zusammengebaut wurde. Einen Monat Arbeit bedeutete dies für Teile der Belegschaft, sagt Vertriebsleiter Alexander Benič.

1977 habe jemand an der Tür seiner Zwei-Mann-Firma geklingelt, erinnert sich Michael Horst. Er sei damals bereits als Tüftler bekannt gewesen. In zwei Monaten müsse er einer Brauerei einen Sensor liefern, der Laugen in Flaschen erkenne, sagte der Besucher.

Ein damals für ihn völlig neues Gebiet, „ich habe aber eine Chance gesehen“, sagt Michael Horst. Zum Glück hatte er elektrische Nachrichtentechnik studiert und das Messprinzip mittels hochfrequenter elektrischer Spannung kennengelernt. Dies wollte er nutzen. Mittels Kondensatoren Flüssigkeiten aufzuspüren, dieses Verfahren gab es damals schon für andere Aufgabenfälle, sagt der Firmenchef. Für die Getränkeindustrie musste aber ein Gerät gebaut werden, „das störungsfrei funktioniert und unempfindlich gegen die äußeren Einflüsse des Abfüllprozesses ist“. Michael Horst wurde rechtzeitig fertig mit seinem Gerät Lauge. „Das hat gleich eingeschlagen. Mehrere Aufträge von deutschen Brauereien folgten.“

Inzwischen hat die Firma Miho mehrere Geräte entwickelt, die Flaschen auf dem Weg von der Spülung zur Abfüllung oder auch ganze Kisten kontrollieren. Die Laugen-erkennung sei nur ein Aspekt unter mehreren, betont Benič. Dennoch werde das kleine Gerät wie jetzt aus Mexiko bestellt „als letzte Sicherheit“.

Denn Mehrwegflaschen kämen oft stark verschmutzt zu den Getränkeproduzenten zurück. Daher würden bei der Reinigung starke Laugen eingesetzt. Diese müssten aber vollständig wieder herausgespült werden, bevor man die Flaschen neu fülle.

Denn Laugenreste könnten bei Verzehr zu Verätzungen, „im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen“, meint der Vertriebsleiter. Und selbst kleinste Reste den Geschmack des Getränks verändern und so einen Imageschaden für den Hersteller bedeuten.

All dies wollen die Abfüller vermeiden, die das „unscheinbare, kleine Kontrollgerät“ kaufen, mit dem „selbst Mikro-Firmen wie unsere weltweit Erfolg haben können“, sagt Michael Horst. Den jüngsten Auftrag hatte übrigens ein Mitarbeiter von Miho aus Mexiko vermittelt.

Von Michael Schräer

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