Dem Teufel entwischt: Turmtheater in Ahnatal 

Ehestifter: Als Engel auf Bewährung muss Christoph Keil (Mitte) drei Ehen stiften. Hier versucht er, seine Mutter Magda (Erdmute Gerk) mit seinem Schwiegervater (Klaus Schreiber) zu verkuppeln. Die beiden können ihn nicht sehen. Fotos: Schilling

Ahnatal. So ein Engel hat es nicht leicht. Vor allem dann nicht, wenn er dem Teufel gerade noch mal von der Schippe gesprungen ist. Mit vom Fegefeuer angesengtem Gewand musste sich Christoph Keil in der vergangenen Woche gleich dreimal um sein Seelenheil sorgen - bei den Aufführungen des Ahnataler Turmtheaters.

Das präsentierte, unter der Leitung von Christine Thorbrügge, die Komödie „Ein Engel auf Bewährung“ und brachte das Publikum in Heckershausen, am Kammerberg und in Weimar ordentlich zum Lachen.

Dabei war Christoph Keil in der Rolle des frisch verstorbenen Hans Maurer über weite Strecken gar nicht zum Lachen zumute. Schließlich hatte er zur Leuterung die Aufgabe bekommen, drei Ehen zu stiften. „Dann bekomme ich meine richtigen Flügel“, erklärte er seiner Witwe Emma (Petra Hubenthal-Schmidt). Die konnte ihn als einzige sehen und hielt sich erst für verrückt. „Ich rede mit einem verlausten Engel, der eine Lampe auf dem Kopf hat.“ Dann ergriff sie jedoch schnell die Gelegenheit, um ihren Ärger über den toten Ehemann Luft zu machen. „Ich könnte dich erwürgen“, rief sie wütend, nur um lapidar hinzuzufügen: „Ach so, du bist ja schon tot.“

Störrische Kandidaten

Am Ziel: Am Ende schafft es Christoph Keil als Engel auf Bewährung, die Aufgaben zu lösen. Er bekommt die ersehnten großen Flügel.

Sehr zur Freude des Publikums zeigten sich die vermeintlichen Ehekandidaten zum Teil recht störrisch. Allen voran Emmas Vater Emil (Klaus Schreiber) der Magda (Erdmute Gerk), die Mutter von Hans, heiraten sollte. Da musste Wasser erst einmal zu Schnaps werden und das Gewissen ihm einen ordentlichen Tritt in den Hintern geben, ehe er sich in sein Schicksal fügte. Magda zierte sich da deutlich weniger, zumal sie gerne wieder heiraten wollte. „Man muss doch jemanden haben, mit dem man streiten kann.“

Immer wieder wandte sich der Engel auch direkt an die Zuschauer und ließ sie an seinen Nöten teilhaben. Etwa als er alle Hände voll damit zu tun hatte seine Tochter (Regina Engel) mit Bernd Schmuser (Ewald Griesel), der „Wäsche waschenden Honigbiene“, zu verkuppeln.

Doch wie es sich für eine Komödie gehört, ging am Ende alles gut aus. Das Publikum zeigte sich bestens gelaunt und applaudierte kräftig - schon zwischendurch und zum Schluss. „Ich fand es sehr gut. Für Laien haben die das großartig gemacht“, sagte Zuschauerin Ingrid Flecks. Als Dankeschön für einen kurzweiligen Abend gab es reichlich Spenden - 1400 Euro kommen der kirchlichen Arbeit zugute.

Von Meike Schilling

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