Theater-AG der Ahnatal-Schule führte das Stück „Nichts, was im Leben wichtig ist“ zum ersten Mal auf

Vom tiefen Sinn der Sinnlosigkeit

Was ist wichtig im Leben? Mit dieser schwierigen Frage beschäftigen sich die Schüler in einem Theaterstück intensiv. Foto: Grigoriadou

Vellmar. Eine doppelte Premiere feierten die Schüler der Theater-AG an der Ahnatal-Schule in Vellmar. „Zum ersten Mal gibt es eine Theater-AG und es ist unser erster Auftritt“, sagt Lehrerin Ivonne Schumacher.

Wenige Minuten vor dem großen Auftritt werden die jungen Schauspieler noch abgepudert, in den Arm genommen und beruhigt. „Ich glaub’, ich kipp’ um“, „Ich hab’ den Text vergessen“, „Was ist denn nun mein Stichwort?“, plappern alle Schüler durcheinander.

Energie und Leichtigkeit

Von ihrer Aufregung ist allerdings nichts mehr zu spüren, als die erste Szene beginnt. Laut, voller Energie und mit professioneller Leichtigkeit zeigt die Theater-AG ihrem Publikum, was es für Jugendliche bedeutet, nach dem Sinn des Lebens zu suchen.

Das Stück handelt von Pierre Anthon (gespielt von Franca Gropengießer). Der Jugendliche steht im Klassenzimmer vor seinen Mitschülern und verkündet: „Nichts bedeutet irgendwas.“ Wozu also etwas tun, da sich ja ohnehin nichts lohnt. Von nun an sitzt er in einem Pflaumenbaum und verunsichert seine Mitschüler mit Äußerungen wie: „In demselben Moment, in dem ihr geboren werdet, fangt ihr an zu sterben.“

Pierre Anthons Mitschüler beschließen, in einem stillgelegten Sägewerk heimlich einen „Berg der Bedeutung“ zusammenzutragen, um zu beweisen, dass „Bedeutung“ existiert.

Schmerzhafte Opfer

Müssen erst nur ersetzbare Dinge wie die Lieblingssandalen, die geliebten Boxhandschuhe oder das neue Rennrad geopfert werden, so eskaliert die Sache mehr und mehr, ohne Rücksicht auf die Folgen. Je schmerzhafter das Opfer, desto mehr Bedeutung hat es schließlich. Rosa (Lara Kohlus) opfert den Kopf einer herrenlosen Hündin, Sofie (Denise Bohne) ihre Unschuld und als Letzter Jan-Johan, der ausgezeichnet Gitarre spielt, seinen rechten Zeigefinger. „Wir haben einzelne Szenen aus dem Buch von der dänischen Autorin Janne Teller herausgenommen“, sagt Christiane Hades.

„Das Theater bereitet die Schüler auf das ihnen bevorstehende Welttheater vor“, sagt die Lehrerin. Verlässlichkeit, soziale Erfahrungen sowie geistige- und körperliche Fitness seien Bestandteile der Arbeitsgemeinschaft. Und wie fühlen sich die Jugendlichen nach ihrer Premiere? Nach dem Auftritt ziehen sich die Schüler erst einmal in einen Nebenraum zurück. Und zu hören ist ein sekundenlanger Jubelschrei.

Von Anthoula Grigoriadou

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