120 Reiter starteten bei den Internationalen Deutschen Gangpferdemeisterschaften auf Gut Ellenbach

„Tölt ist eine komplexe Gangart“

Aus dem Odenwald: Franziska Schiele (17) nahm mit ihrem Mangalarga Marchador beim Freizeitreitermehrgang teil.

Niestetal. „Für dieses Turnier ist es enorm wichtig, dass die Pferde sehr vielseitig sind“, erklärt Kurt Pfannkuche, Vorsitzender der Internationalen Gangpferdevereinigung.

Am Wochenende fanden auf Gut Ellenbach in Sandershausen die 17. Internationalen Deutschen Gangpferdemeisterschaften statt. Veranstaltet wurde das Turnier von der Internationalen Gangpferdevereinigung, den Islandpferde-Reitern Gut Ellenbach und Familie Scheller von Gut Ellenbach. Die Meisterschaften finden jedes Jahr an wechselnden Austragungsorten statt. Insgesamt kamen 120 Teilnehmer aus ganz Deutschland nach Sandershausen.

Zusätzliche Gangart

„Die Besonderheit bei diesem Wettkampf ist, dass die Pferde neben den gängigen Gangarten Trab, Galopp und Schritt noch eine vierte, den Tölt, beherrschen“, erklärt Pfannkuche. Für die Pferde sei der Tölt eine sehr komplexe Gangart mit acht verschiedenen Bewegungsphasen. „Ein Bein des Tieres muss immer auf dem Boden sein“, erklärt er.

Unter den Teilnehmern sind die besten Reiter der Gangpferdeszene. Klassische Dressurprüfungen gehören genauso zum Programm wie Freizeit- und Geländereiten sowie Show- und Sportreiten.

Die unterschiedlichen Pferderassen, wie American Saddlebred Horses, Paso Finos und Paso Peruanos, beweisen sich in über 35 Prüfungen, je an ihr Ursprungsland angepasst. Zum Beispiel müssen die Vierbeiner einen Parcours reiten oder werden am langen Zügel geführt. Das ist für die Pferde besonders schwierig, weil der Reiter nur wenig Einwirkmöglichkeiten hat. Die Prüfungen sind auf Tradition und das individuelle Pferd zugeschnitten. „Menschen, die Gangpferde reiten, wollen eine gewisse Tradition pflegen“, sagt Kurt Pfannkuche. In Deutschland erfreut sich das Islandpferd als Gangpferd größter Popularität. Generell aber kommen nur wenige Gangpferde aus Europa. Viele Rassen, wie Paso Finos und Paso Peruanos, stammen aus Südamerika.

Größte Zuchtstation Europas

Franziska Schiele ist extra aus dem Odenwald zu den Meisterschaften nach Sandershausen gekommen. Sie hat einen Mangalarga Marchador vom Gestüt Kreiswald mitgebracht. „Das ist die größte Zuchtstation Europas dieser Rasse“, sagt die Siebzehnjährige.

Derweil läuft auf der Ovalbahn die Paso Fino Pleasure- Prüfung, bei der auch Bianka Schneider mit Kapoho, Christine Farkas mit Mina de Oro, Franziska George auf Abasco del Frankonia und Bärbel Moorhouse mit ihrem Pferd La Florencia de Tomaria teilnehmen. Christine Farkas erreicht in dieser Runde den zweiten Platz. „Ich freue mich sehr“, sagt sie.

Während der Prüfung müssen die Pferde einen Holzsteg passieren, damit die Richter hören können, ob der Gang sauber ist. Der Odenwald ist beim Turnier stark vertreten. Auch Frauke, das Pferd von Amelie-Sophie Martin, kommt vom Gestüt Kreiswald. Gemeinsam mit Mama Cecile bereitet sich die Elfjährige auf ihre Prüfung in Mehrgang, Rittigkeit und Trail vor.

Lucy (3, Sandershausen), Sophie (9), Kim (4, beide Lohfelden) und Karlotta (7, Kassel) amüsieren sich lieber beim Kinderschminken. „Manchmal reite ich auch schon auf Jack oder Mäuschen“, sagt Lucy, die auf Gut Ellenbach wohnt. Vielleicht nimmt sie später ja auch bei den Gangpferdemeisterschaften teil.

Von Tina Hartung

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