Islandpferde-Reiten ist Familiensport: Mehr als 200 Starter bei hessischen Meisterschaften in Kaufungen

Tölt im schnellen Takt der Musik

Erfolgreiches Duo: Sophia Henke (10) vom Verein der Islandpferde-Reiter Kaufungen ist schon doppelte deutsche Vizemeisterin.

Kaufungen. Andrew Fedorov hat sich mit seinen Kindern Lara (8), Niklas (15) und Alexander (16) ein schattiges Plätzchen am Rand des beschaulichen Dorfs aus Pferdeanhängern, Wohnmobilen, Wohnwagen, Zelten und kleinen Pferdekoppeln, die Paddocks genannt werden, auf dem Kaufunger Festplatz ausgesucht.

Niklas und Alexander striegeln vor dem Wettkampf noch mal ihre Islandpferde und streifen ihnen eine Art Schuhe über die Hufe, damit sie sich bei den Prüfungen nicht selbst verletzen.

Die Fedorovs hatten wie viele der mehr als 200 Teilnehmer der hessischen Meisterschaften der Islandpferde-Reiter einen weiten Weg hinter sich. Mit fünf Pferden im großen Anhänger waren sie aus dem Taunus zum Reitzentrum Kaufungen gekommen. Die meisten Teilnehmer lebten dicht mit ihren Pferden auf dem Festplatz zusammen. Islandpferde stehen für Familienanschluss und Geselligkeit.

Meisterschaften der Islandpferdereiter in Kaufungen

Andrew Fedorov schätzt diese Rasse, die hochgewachsenste unter den Ponys, wegen ihrer vielen guten Eigenschaften: Sie seien gutmütig, robust und leicht zu halten, sagt der Südhesse. Er hat im Taunus einen Reiterhof mit 90 Islandpferden. Anders als Großpferde werden sie nicht in Ställen gehalten, sondern lieben es, in ihrer Herde draußen in den Paddocks zu grasen.

Islandpferde würden wegen ihrer Unkompliziertheit sowohl als Freizeit-, als auch Sportpferde immer beliebter, sagt Fedorov. Das liegt auch an einer weiteren Eigenart der Ponys, die aus dem Inselstaat im hohen Norden Europas stammen. Islandpferde können sich im Gegensatz zu Großperden, die nur gehen, traben oder galoppieren, in zwei weiteren Gangarten fortbewegen, im Passgang und im Tölt, der so aussieht wie eine Mischung aus Trab und Galopp. „Der Tölt ist sehr entspannend“, sagt Heike Manikowski von den Kaufunger Islandpferde-Reitern. Das wüssten Kinder wie Erwachsene zu schätzen.

Bei den Wettkämpfen half die Musik den Pferden, den jeweils richtigen Gang einzuschalten. Bei getragenen Melodien trotteten die Tiere gemächlich dahin. Wenn schneller Tölt angesagt war, schallte es schon mal rockig aus den Lautsprechern. Den Zuschauern im Kaufunger Reitzentrum gefiel das. Bis ein Islandpferd alle Gänge beherrscht, können fünf Jahre vergehen. Dafür würden diese Tiere aber auch bis zu 30 Jahre alt, sagt Andrew Fedorov.

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