Flugzeug über Gran Canaria abgefangen

1,4 Tonnen Koks geschmuggelt: Kaufunger war Co-Pilot

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So sah die Drogen-Maschine aus: Mit einem zweistrahligen Flugzeug des Typs Bombardier BD-700 wurde das Kokain über den Atlantik transportiert.

Kaufungen/Las Palmas. Ein junger Mann aus Kaufungen war nach HNA-Informationen Co-Pilot eines Flugzeugs, mit dem im August dieses Jahres rund 1,4 Tonnen Kokain von Südamerika nach Europa gebracht wurden.

Die Crew, zu der auch eine Frau aus Österreich gehört haben soll, wurde festgenommen. Der Co-Pilot aus Kaufungen und der Pilot aus Stuttgart sitzen in Spanien in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen sie wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Der zweistrahlige Jet vom Typ Bombardier BD-700 war nach Medienberichten am Abend des 18. August in der venezolanischen Stadt Valencia gestartet. Am Morgen des 19. August wurde die Maschine von spanischen Kampfflugzeugen zur Landung auf dem Flughafen der Kanaren-Insel Gran Canaria gezwungen. Bei der Durchsuchung des Passagierjets entdeckten die spanischen Sicherheitsbehörden die Drogen. Nach Medienberichten war das Kokain als humanitäre Hilfe getarnt.

Das Rauschgift habe in Säcken zu jeweils 50 Kilogramm gesteckt, auf die das Emblem des Roten Kreuzes gedruckt war. Hierzulande hätte das Rauschgift laut Kassels Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch einen Marktwert von rund 50 Millionen Euro. Auf Anfrage unserer Zeitung wollten sich die Ermittlungsbehörden nicht zu Details des Falls äußern.

Wie die HNA aus Sicherheitskreisen erfuhr, bemühen sich die deutschen Behörden gegenwärtig darum, die beiden Piloten im Gefängnis in Spanien vernehmen zu können. Welche Rolle die Männer aus Kaufungen und Stuttgart bei dem Drogenflug spielten, ist bislang offenbar ungeklärt.

Nach Medienberichten behaupteten die Besatzungsmitglieder nach ihrer Festnahme, von schwer bewaffneten Männern entführt und zu dem Flug gezwungen worden zu sein. Ziel sollte demnach Benin in Westafrika gewesen sein.

Von Peter Ketteritzsch

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