Kasseler Theaterkoch Stefan Becker begeisterte Kinder im Haus der Jugend und Kultur

Topf mit Märchenhaftem

Phantasievoll, witzig und gekonnt zog Märchenkoch Stefan Becker vom Kasseler Spielraum-Theater die kleinen Märchenfreunde in seinen Bann.

Vellmar. Eigentlich wollte der Kasseler Märchenkoch Stefan Becker vom Kindertheater Spielraum sein Publikum im Ahnepark empfangen. Doch einige Regenschauer veranlassten ihn, seine Küche kurzerhand im Piazza, dem Vellmarer Haus der Jugend und Kultur, aufzubauen.

Mit im Gepäck hatte der gelernte Koch und Schauspieler Märchen der Brüder Grimm und natürlich seine Kochutensilien sowie fein abgestimmte Rezepte, die nicht nur bei Kindern die Fantasie anregten.

So herrschte schon im Flur des Piazza eine gespannte Atmosphäre. Die Kinder warteten ungeduldig auf den Auftritt des Märchenkochs. Darunter auch Anna Lu Mönch aus Harleshausen. Sie wusste, was sie erwartete, denn für sie war der Märchenkoch kein Unbekannter mehr. In der Kasseler Aue hatte sie ihn bereits einmal erlebt und war begeistert. „Auf jeden Fall ist er sehr lustig“, verrät die Sechsjährige und sucht sich schnell einen Sitzplatz in der Nähe ihrer Mutter.

Zur Begrüßung machte der fantastische Küchenmeister erst einmal allerlei Scherze mit den meist sehr jungen Zuschauern, die erwartungsvoll vor der Bühne saßen. Gleich mit dem ersten Märchen vom Froschkönig faszinierte der Märchenkoch die Kinder, die sich von seiner Erzählkunst begeistern ließen und mit offenem Mund zuhörten.

Dabei war ihnen völlig egal, dass der Frosch aus einem gelben und grünen Schwammtuch bestand oder die Prinzessin und der König zwei Spülbürsten waren. Und natürlich hatte die gestenreich und einfühlsam erzählte Geschichte auch ein Happyend, so wie im Märchen der Brüder Grimm.

Ein Happyend hatte auch das Märchen von Rotkäppchen, das die Kinder ebenfalls kannten und gelegentlich durch Zwischenrufe korrigierten. Auch hier waren die Protagonisten Zutaten seiner Märchensuppe. Schnell wurde die Großmutter zu einer stöhnenden Zwiebel und eine Möhre mit einem Radieschen war das Rotkäppchen.

Mit viel Phantasie, Wortwitz und kindgerechter Komik verstand es der Märchenkoch, große und kleine Zuhörer zu verzaubern und in das Stück mit einzubeziehen.

Am Schluss der gut fünfundvierzigminütigen Märchenstunde gab es nicht nur reichlich Applaus, sondern auch meisterhaft geschnittene Möhren- und Radieschenscheiben, die die Kinder dem zauberhaften Stefan Becker förmlich aus den Händen rissen. So gut hatte ihnen Rohkost offensichtlich noch nie geschmeckt.

Von Werner Brandau

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