Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum zeigt Steingut mit kunstvoller Draht-Ummantelung

Der Topf steckt fest im Drahtgeflecht

Sorgfältige Arbeit: Auch der Griff wurde mit einbezogen.

Lohfelden. Selbst Horst Fehr hatte solch eine Arbeit zuvor noch nicht gesehen. Daher freut sich der Leiter des Kutschen- und Wagenmuseums in Lohfelden besonders über das Ausstellungsstück. Der Steingutkrug, der feine Risse aufweist, steckt in einem maßgeschneiderten Drahtgeflecht. Sorgfältig wurde er damit umspannt, sogar der Griff ist gekonnt mit einbezogen.

Nähere Informationen dazu erhielt Horst Fehr beim Blättern in einer Ausgabe der Zeitschrift Landlust. „Es waren slawische Drahtbinder, die dieses Handwerk begründeten. Sie zogen von Hof zu Hof und reparierten zu Bruch gegangene Tontöpfe und Schalen, in dem sie die Stücke mit Drahtgeflecht ummantelten“, zitiert er das Magazin.

„Um ihr Geschäft auszubauen, begannen sie auch, Nützliches und Dekoratives zu biegen“, heißt es dort weiter. So verdingten sich beispielsweise Bewohner von unfruchtbaren ungarischen Berggegenden als reisende Drahtbinder. Auf ihrer Wanderschaft flickten sie zerbrochenes Geschirr und reparierten darüber hinaus auch Mausefallen.

Horst Fehr hat an der Armierung, der Drahtverstärkung seines sonst wohl zerbrochenen Kruges, Gefallen gefunden. Die Risse haben sich in den Jahren, in denen er ihn hat, nicht verändert, er ist sogar noch wasserdicht.

Hessisches Kutschen- und Wagenmuseum, Friedrich-Ebert-Ring 14, Lohfelden-Crumbach, jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung, Tel. 0561/51 68 94, Kontakt und Infos: www.kutschenmuseum.de

Von Bettina Wienecke

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