Neues Projekt in Baunatal und Schauenburg: Jugendleiter werden gezielt von Experten geschult

Training für richtigen Medienumgang

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Kirsten

Baunatal/Schauenburg. Smartphones und Internet können eine Seuche sein. Davon können Martina Kopke und Kirsten Moser von der Jugendpflege Schauenburg und auch Frank Grasmeier vom Jugendbildungswerk Baunatal ein Lied singen. Während der letzten Schweden-Freizeit habe es plötzlich keinen Empfang mehr gegeben.

„Nach zwei Tagen waren viele Jugendliche ganz hibbelig“, sagt Kopke.

Wer das Freizeitprogramm nicht so interessant finde, greife beiläufig zu seinem Smartphone. Diese internetfähigen Geräte hätten sogar schon viele Grundschüler, sagt Grasmeier.

Verbote bringen nichts, das wissen die Jugendarbeiter, wohl aber ein Training für den richtigen Umgang mit den neuen Medien. Deshalb haben die Stadt Baunatal und die Gemeinde Schauenburg, die seit vielen Jahren in der Jugendpflege eng zusammenarbeiten, nun mit der Hessischen Anstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) ein gemeinsames Projekt zur speziellen Schulung ehrenamtlicher Jugendleiter gestartet. Das sei einzigartig in Hessen, sagt die Medienpädagogin und LPR-Referentin Sandra Bischoff vom LPR.

Medienexperten der LPR werden im April auf Sylt während einer Praxiswoche die rund 50 Jugendlichen aus beiden Kommunen, die die Jugendleiter-Card („Juleica“) erwerben wollen, in Workshops ausbilden. Es werden Interviewtechniken und Recherche erlernt, Videos gedreht und ein Magazinbeitrag erstellt, der später auch von der LPR ausgestrahlt werden wird. Die Anstalt investiert 2800 Euro in das Projekt.

Der Gedanke dahinter: Gerade in Jugendzentren und auf Jugendfreizeiten sind Schüler für das Thema eines vernünftigen Umgangs mit Internet und sozialen Netzwerken erreichbar. „Man muss die Jugendlichen in ihren Lebenswelten abholen“, sagt Bischoff. Dafür eignen sich Jugendliche eher als die älteren Jugendpflege-Profis. „Ich habe kaum Ahnung davon, die ehrenamtlichen Betreuer sind da schon fitter“, sagt Kupke. „Leute, die altersmäßig näher dran sind, haben eher eine Vorbildfunktion“, ergänzt Grasmeier. Die Juleica-Inhaber hätten eine wichtige Multiplikatorenfunktion, wenn es darum gehe, Kinder und Jugendliche für das Potenzial der neuen Medien zu begeistern und gleichzeitig für deren Gefahren zu sensibilisieren, sagt Bischoff. (pdi)

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