Neues Stellwerk: NVV plant Verbesserungen auf der Strecke Kassel-Melsungen – Bahn zieht Mitarbeiter ab

Tram bald im 30-Minuten-Takt

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Soll regelmäßiger rollen: Die Regiotram – hier im Bahnhof Rengershausen – soll von der neuen Technik profitieren.

Baunatal. Die Regiotram-Verbindung zwischen Kassel und Rengershausen hat sich jüngst verbessert. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) bietet täglich 42 Fahrten statt bisher 26 an. Jetzt kündigt der NVV weitere Fortschritte auf der Strecke Kassel-Melsungen an.

Grund: Schon bald soll ein elektronisches Stellwerk der Bahn AG samt moderner Signaltechnik in Betrieb gehen. Einen genauen Zeitpunkt für den Start der Technik könne er noch nicht nennen, sagt allerdings ein Sprecher der Bahn in Frankfurt.

Sabine Herms

Mit dem nächsten Fahrplanwechsel im Dezember werde die Regiotram jedenfalls im 30-Minuten-Takt nach Melsungen fahren, sagt NVV-Sprecherin Sabine Herms. „Ohne das elektronische Stellwerk wäre das nicht möglich.“ Abhängig sei die Realisierung des 30-Minuten-Taktes zudem davon, ob ein drittes Gleis am Bahnhof Obervellmar zum Ende des Jahres fertig werde. „Diese beiden Voraussetzungen sind von der Wichtigkeit gleich.“

Zwei Änderungen im Abschnitt Guntershausen sind dafür verantwortlich, dass die Regiotrams in kürzeren Abständen rollen können. Zum einen gibt es am Bahnhof Guntershausen eine neue Unterführung mit zwei neuen Nahverkehrsbahnsteigen. Künftig muss kein Bediensteter der Bahn mehr die Fahrgäste für die Richtung Kassel aus Gründen der Sicherheit zum Zug begleiten, weil diese Gleise überqueren müssen. Zum anderen führe neue Stellwerktechnik dazu, dass sich Züge im Guntershäuser Bahnhof begegnen dürfen, erläutert Herms. „Damit können wir einige Fahrplanhindernisse abbauen.“ Und der Bahn-Sprecher ergänzt: „Das bisherige Begegnungsverbot ist nicht mehr erforderlich, was zu einer Erhöhung der Taktfrequenz führt.“

Noch weitere Änderungen kündigt der NVV für die nächsten Monate an. Bei Melsungen-Schwarzenberg werde es einen völlig neuen Haltepunkt geben, sagt Sabine Herms. Und in Guxhagen halten künftig alle Nahverkehrszüge, einschließlich der Cantus-Bahnen. Das war bisher nicht der Fall. Mit dem Umbau der Bahnsteige und dem Bau einer neuen Unterführung in Guntershausen sollten allerdings auch die Mitarbeiter der Bahn dort verschwinden. Noch gibt es eine Übergangsfrist. Noch fünf Wochen seien die Mitarbeiter in Guntershausen beschäftigt, erläutert der Bahn-Sprecher. Grund: Die neue Unterführung sei noch nicht ganz fertig, das führe wiederum zu Verspätungen während dieser Phase.

Zwei Fahrdienstleiter

Und wenn das elektronische Stellwerk erst einmal fertig ist, verzichtet die Bahn auf Personal noch an anderer Stelle. Mitarbeiter der Stellwerke Guntershausen, Körle und Grifte sind betroffen. Die neue Technik wird nach Angaben des Bahn-Sprechers von ein bis zwei Fahrdienstleitern aus Guntershausen gesteuert.

Die Mitarbeiter, deren Arbeitsplätze an den drei Bahnhöfen wegfielen, setze die Bahn möglichst heimatnah an anderer Stelle ein, sagt er. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind, erläutert er nicht.

Archivfoto: Fischer/nh

Von Sven Kühling

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