Straßenbahnanbindung nach Lohfelden weiter offen – Politik findet hinter verschlossenen Türen statt

Tram: Gemeinde hält sich bedeckt

Michael Reuter

Lohfelden. Kommunalpolitik hinter verschlossenen Türen, das scheint im Augenblick ein Credo der Gemeinde Lohfelden und ihrer Feierabend-Politiker zu sein. Zumindest beim Thema Straßenbahnanschluss, über das die Gemeindevertreter jetzt bereits zum zweiten Mal in nicht öffentlicher Sitzung beraten haben.

Verkehrsplaner einer Kasseler Planungsgruppe hatten den Anschluss Lohfeldens an das Tram-Netz der KVG empfohlen. Der habe besonders positive Auswirkungen auf das Klima, hieß es in der von der Gemeinde Lohfelden in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie. Die Experten geben einer Streckenführung über die Hauptstraße und Söhrestraße zum Bürgerhaus bis zu einem Wendeplatz am Hammelsberg den Vorzug. Auch die Zahlen sind positiv: Eine Verlängerung des KVG-Netzes nach Lohfelden würde jährlich 276 000 Fahrgäste von der Straße auf die Schiene bringen und für verbesserte Verbindungen in die Kasseler Innenstadt sorgen, so die Fachleute.

Wir baten Bürgermeister Michael Reuter jetzt erneut um ein Statement zum Tram-Anschluss. Um es vorwegzunehmen: Das Gemeindeoberhaupt schweigt weiterhin. Er werde anlässlich einer Bürgerversammlung am 29. November ausführlich über die Straßenbahn referieren, ließ Reuter durch eine Mitarbeiterin erklären.

Viel Zeit bleibt den Verantwortlichen nicht: Sollte man sich mit der KVG für die Tram-Anbindung entscheiden, müsste das Projekt bis 2014 beim Land Hessen angemeldet werden, damit die Zuschüsse nicht verloren gehen. Immerhin wird bei dieser Investition mit einer Förderung von bis zu 21,7 Millionen Euro gerechnet.

Für viele Menschen in Lohfelden und Kassel ist die Aussicht auf eine Straßenbahnverbindung zwischen den Kommunen verlockend. In einer nicht repräsentativen Abstimmung auf HNA-Online hielten 76,1 Prozent der 518 Teilnehmer eine derartige Verbindung für sinnvoll. Die im Regionalen Verkehrsverein organisierten Straßenbahngegner kündigten allerdings Widerstand an.

Wir befragen die Fraktionen der Gemeindevertretung nach ihrer Position (unten).

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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